Suderburger Student entwickelt Konzept für Juz / Einrichtungen auf dem Land hält er für wichtig

Jugendzentrum ist „unersetzlich“

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Das Jugendzentrum in Suderburg hat jetzt ein Konzept. Student David Korting hat in mehreren Monaten Arbeit eine Zusammenfassung über die Organisation, die Rahmenbedingungen, Ziele und Angebote erstellt.

Suderburg. „Stell Dir vor, das Jugendzentrum wird es nicht mehr geben“, stellt David Korting einen Gedanken in den Raum.

„Meinst Du, jemand wird nach Uelzen gehen?“ – Wohl kaum, spinnt der Suderburger Student den Faden weiter und ist sich sicher: Besonders auf dem Land seien Treffpunkte für Jugendliche „unersetzlich“.

Und Korting muss es wissen: Der 23-Jährige hat nämlich ein Konzept für das Jugendzentrum (Juz) in Suderburg erarbeitet. Von der Ausstattung über die Angebote bis zur Zielsetzung hat der Ostfalia-Student, der selbst noch bis vor Kurzem in der Einrichtung gearbeitet hat, detailliert die Grundsätze der Arbeit zu Papier gebracht. Es sind Formulierungen wie „soziale Entwicklung fördern“ und „Möglichkeiten eröffnen“, oder „soziale Benachteiligung ausgleichen“, die in der neun Seiten starken Zusammenfassung zu finden sind. „Es muss einen Raum geben, wo die Jugendlichen auch Erfahrung außerhalb von Schule und Familie machen können“, fasst Korting zusammen. Zukunftsfähig sei eine solche Einrichtung deshalb – auch, wenn die Finanzierung in vielen Gemeinden ein Problem sei. „Du bezahlst, du bezahlst, du bezahlst – und trotzdem ist es wichtig“, meint Korting, besonders in ländlichen Gegenden. Warum? Weil dort schlichtweg die Freizeit-Angebote nicht so breit aufgestellt oder durch schlechte Bahn-und Busverbindungen nicht so gut erreichbar seien. „Wenn ich nicht weiß, wie ich meine Freizeit gestalten kann, wird mir langweilig, und dann kann es sein, dass mir einfällt, Mist zu machen“, zeichnet der Student der Sozialen Arbeit das Bild weiter.

Er hat schon öfter von Schließungen oder Zusammenlegungen von Einrichtungen in anderen Gemeinden gehört, unproblematisch findet er das nicht. Schließlich seien weite Wege für viele junge Leute ein Ausschlusskriterium – besonders, wenn zu Hause Computer und Smartphone lockten. Der „mediale Lebenstrend“ dürfe aber auch in der Arbeit mit Heranwachsenden nicht ausgeklammert werden. So wird ab und an Fußball nicht nur auf dem Bolzplatz, sondern auch mal mit der Play-Station gespielt.

Betreut werden die jungen Besucher von drei Studenten der benachbarten Ostfalia-Hochschule – aus Kostengründen. Ein Umstand, dem Korting allerdings in erster Linie Positives abgewinnt: Schließlich könne man auf diese Weise vielen verschiedenen Interessen mit Angeboten begegnen und sei obendrein „ein Stück näher dran“. Die Besucherstatistik jedenfalls bestätige das. „Der Bedarf ist da“, stellt David Korting klar. „Da kann mir keiner sagen, dass das Juz nicht gebraucht wird.“

Von Anna Petersen

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