Jede Spende zählt

Frank Kinder und Familie

Gerdau/Uelzen - Von Jörn Nolting. So viel Unterstützung tut einfach nur gut“, freut sich Frank Kinder. Der 43-Jährige ist an Leukämie erkrankt und hat nur durch eine Stammzellspende eine Überlebenschance, die er durch einen „genetischen Zwilling“ erhält.

„Eine Typisierungsaktion findet am Sonntag, 26. September, von 11 bis 17 Uhr im Herzog-Ernst-Gymnasium, Albertstraße 41 in Uelzen statt“, erklärt Anja Kaplan, Schwester von Frank Kinder. Die Schirmherrschaft über die Aktion in Uelzen hat Landrat Theodor Elster übernommen. Frank Kinder lebt zwar mit seiner kolumbianischen Frau Carolina und Sohn Santiago in Hannover, doch der Rest seiner Familie in Uelzen und Gerdau. Er ist gebürtiger Uelzener und in Gerdau aufgewachsen. Mit seinen Böddenstedter Freunden engagiert er sich viele Jahre bei der Organisation des Osterfeuers und spielte längere Zeit Fußball bei Teutonia Uelzen. Mit 23 Jahren wurde er vom Arbeitsamt Uelzen nach Hannover versetzt, erinnert sich aber gern an seine Zeit im Kreis Uelzen.

Im Familienurlaub in Griechenland begann es mit einem leichten Darminfekt und auch zu Hause wurde es nicht besser. „Ich war sehr sehr schwach“, erinnert er sich. Daraufhin folgten Hausarzt und Notaufnahme und am Ende die Diagnose: Leukämie.

Einen geeigneten Stammzellspender für einen Patienten zu finden, ist unglaublich schwer. Entscheidend für die Übertragung von Stammzellen ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zwischen Spender und Patient. Diese ist äußert selten, da über 2600 verschiedene Merkmale bekannt sind, die in Abermillionen Kombinationen auftreten können. Deshalb zählt jeder einzelne Spender. Über zwei Millionen Spender sind mittlerweile bei der größten deutschen Organisation, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), registriert. Dennoch wartet weltweit jeder fünfte Leukämiepatient, der eine Transplantation benötigt, vergeblich auf einen geeigneten Zwilling.

Daher ist jede Spende so wichtig: Stammzellen können vielleicht schon morgen Leben retten. Der Spender muss zwischen 18 und 55 Jahre alt und bei guter Gesundheit sind. Mit einem Bluttest (nur 5 Milliliter) werden erste Gewebemerkmale bestimmt. Zeigen diese eine Übereinstimmung mit denen eines Patienten, folgen weitere Tests – das Einverständnis des Spenders vorausgesetzt. Jede Registrierung eines Lebensspenders kostet die DKMS 50 Euro. Aufgrund des Sozialgesetzbuches ist es den Krankenkassen nicht möglich, die Kosten der Ersttypisierung zu bezahlen. Wer durch eine Geldspende helfen möchte, kann einen Betrag auf das DKMS Spendenkonto: 9100 30 898 bei der Sparkasse Hannover, BLZ 250 501 80, überweisen. Weitere Informationen unter http://www.dkms.de oder direkt bei der DKMS, Anschrift: DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH, Kressbach 1, 72070 Tübingen,Telefon (0 70 71) 943-0, Fax (0 70 71) 9 43-1 17.

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