Oberschule Suderburg thematisiert Weltkriegs-Schlacht von 1916 / Studienfahrt und Ausstellung

Die Hölle von Verdun als Mahnung

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Bei der Ausstellungs-Eröffnung in der Oberschule tauschten sich deren Leiterin Rita Reinhardt (rechts), Vize-Landrat Jürgen Peter Hallier (2. von rechts) und Dr. Henning Pieper vom Volksbund aus.

Suderburg. Es war eines der blutigsten Gemetzel des Ersten Weltkriegs und wurde als „Hölle“ und „Knochenmühle“ bezeichnet. Die Rede ist von der Schlacht zwischen Deutschland und Frankreich um die nordfranzösische Stadt Verdun.

Sie tobte von Februar bis Dezember 1916, dabei starben etwa 300 000 Soldaten. Genau hundert Jahre danach beschäftigt sich die Oberschule Suderburg mit den damaligen Geschehnissen – im Unterricht, mit einer Wanderausstellung und einer für März 2017 geplanten einwöchigen Studienfahrt nach Verdun.

Die Oberschüler hätten großes Interesse am Ersten Weltkrieg gezeigt, berichtet Französischlehrerin Ines Lübbecke, die die Fahrt für die Jahrgänge sieben bis zehn organisiert. „Dabei geht es nicht nur um das Gedenken an die Ereignisse von damals, sondern auch um das friedliche Zusammenleben der Menschen im heutigen Europa“, erklärt Lübbecke im Gespräch mit der AZ. Es sei wichtig, dass sich die Suderburger Schüler in Verdun mit französischen Jugendlichen treffen und austauschen.

Ein festes Reiseprogramm will die Lehrerin nicht vorgeben. „Die Schüler können das selbst gestalten und eigene Interessen einbringen.“ Sicherlich werde die Gedenkstätte für die Kriegsopfer in Verdun besucht. Auch ein Abstecher in die Stadt, die im Krieg völlig zerstört wurde, sei geplant. „Verdun war nicht mehr da nach dem Ersten Weltkrieg. Es wurde komplett neu aufgebaut“, schildert Lübbecke.

Einer der Oberschüler, der sich für die Fahrt angemeldet hat, ist Elias Bennefeld. Der Zwölfjährige ist schon ganz gespannt, was ihn dort erwartet. „Ich will mitfahren, weil Familienmitglieder von mir bei Verdun gekämpft haben und weil mich Geschichte einfach interessiert“, erzählt er.

Elias war einer von zahlreichen Schülern, die jetzt an der Eröffnung einer Wanderausstellung in der Mehrzweckhalle der Oberschule teilnahm. „14/18 – Mitten in Europa“ heißt die vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erstellte Schau, die auf drei Stellwänden viele Facetten des Ersten Weltkriegs und seine Auswirkungen beleuchtet. Zu sehen sind beispielsweise historische Fotos und Dokumenten – eine Mahnung für die heutige Generation. Dazu gibt es umfassende Informationen über den Kriegsverlauf, das Leben in der Heimat und den Friedensschluss im Jahr 1918.

Der Krieg sei die „Urkatastrophe“ gewesen, erklärt Dr. Henning Pieper, Schul- und Bildungsreferent des Bezirksverbandes Lüneburg-Stade im Volksbund. „Er hat viele andere Entwicklungen beeinflusst, verursachte großes menschliches Leid und sparte die Zivilbevölkerung nicht aus.“

Noch bis zum 16. September können sich Interessierte die Ausstellung kostenlos ansehen, und zwar montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr. Der Eingang zur Mehrzweckhalle erfolgt über den Schulhof.

Von Bernd Schossadowski

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