Nabu, Dorfgemeinschaft und Celle-Uelzen Netz stellen Nistplatz für Störche in Böddenstedt auf

Ein Heim mit Gras und Farbklecksen

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Weihten den Storchennistplatz in Böddenstedt ein (von links): Horst Retzlaff von der Celle-Uelzen Netz, Landwirt Karsten Hilmer und Grundeigentümer Hans-Jürgen Drögemüller.

Böddenstedt. Eigentlich ist alles perfekt hergerichtet. Der Korb steht in luftiger Höhe bereit und ist mit Grasbüscheln ausgekleidet. Sogar an weiße Farbkleckse wurde gedacht.

Der vermeintliche Vogelkot soll den Anschein erwecken, als sei das Nest schon einmal bewohnt gewesen, und damit einladender wirken. Jetzt müssen nur noch die gefiederten Bewohner einfliegen. Die Rede ist von Störchen, für die die Nabu-Kreisgruppe Uelzen, die Celle-Uelzen Netz und die Dorfgemeinschaft jetzt auf einer Wiese in Böddenstedt in zehn Metern Höhe einen Nistplatz errichtet haben.

Die Idee dazu stammt von der Böddenstedter Dorfgemeinschaft. „Hier waren schon häufiger Störche unterwegs. Wir dachten deshalb, dass wir mal was machen sollten“, erklärt Hans-Jürgen Drögemüller, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Suderburg. Ihm gehört das Grundstück, auf dem der hölzerne Mast aufgestellt wurde. Und so kontaktierte die Dorfgemeinschaft die Celle-Uelzen Netz. Diese stellte daraufhin den Mast aus einer Freileitung zur Verfügung und übernahm die Transport- und Montagekosten. Der Nabu Uelzen wiederum finanzierte das Nest aus Weidenzweigen, das mit einem Metallgestell am Mast befestigt ist.

„Durch das Aufstellen der Brutstätten siedelt sich der Weißstorch vermehrt an“, sagt Horst Retzlaff von der Celle-Uelzen Netz. Das trage dazu bei, dass der Bestand gesichert werde. Zwei Meter tief ist der Mast im Erdreich verankert, das Loch baggerte Landwirt Karsten Hilmer, Mitglied der Dorfgemeinschaft. Der Standort sei gut gewählt, meint Drögemüller. Nicht weit davon entfernt fließt der Stahlbach entlang. Die angrenzenden Wiesen bieten Störchen eine gute Nahrungsgrundlage. „Jetzt hoffen wir, dass hier ab dem nächsten Jahr genistet wird“, sagt Drögemüller.

Diese Hoffnung hatten auch die Einwohner von Edendorf. Dort hatten Nabu und Celle-Uelzen Netz im März einen ähnlichen Nistplatz aufgestellt. Ein Storchenpaar hat sich dort aber noch nicht niedergelassen, berichtet Waldemar Golnik, Storchenexperte des Nabu Uelzen. „Es wurde schon eine Reihe von Nistplätzen im Landkreis geschaffen, aber bislang hat nur das Paar in Kirchweyhe gebrütet“, weiß er. Dieses hat sich jedoch keinen Mast, sondern den Schornstein der ehemaligen Schmiede als Nest ausgesucht.

2015 gab es sogar Nachwuchs in Kirchweyhe – kreisweit zum ersten Mal seit 48 Jahren. „Wir haben zwei Jungstörche beringt. Sie sind dann in den Süden geflogen“, schildert Golnik. Nun hofft er, dass es auch in diesem Jahr mit dem Nachwuchs klappt. Gebrütet werde auf dem Schornstein schon seit einigen Wochen. Normalerweise schlüpfen die Jungstörche Anfang Juni. „Es kann jetzt jeden Tag soweit sein“, meint Golnik. Dem neuen Nistplatz in Böddenstedt blickt er zuversichtlich entgegen: „Das kann erfolgversprechend sein.“

Von Bernd Schossadowski

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