Dorfgemeinschaften wollen Begegnungsstätte neben dem historischen Speicher errichten

Ein Haus für alle Bürger Bohlsens

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Taciana Kleist und ihr Neffe Miguel Fridberg blicken auf die Rasenfläche neben dem Bohlser Speicher, auf der die neue Begegnungsstätte der Dorfgemeinschaften errichtet werden könnte.

Bohlsen. Noch lagert es in Einzelteilen in einer Scheune und wartet darauf, zusammengebaut zu werden. Doch wenn es nach den Einwohnern von Bohlsen geht, soll aus den alten Fachwerkbalken das neue Gemeinschaftshaus des Dorfes werden.

„Es ist noch kein fertiges Konzept, sondern nur eine Idee“, sagt Otto Schröder, Vorsitzender des Bohlser Speichervereins und ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Gerdau. Trotzdem stößt das Vorhaben auf breiten Rückhalt im Ort.

Die Idee ist, ein Domizil für die Vereine und Initiativen des Dorfes zu schaffen. Denn es gibt kaum andere geeignete Versammlungsräume in Bohlsen. Im Gerätehaus genießen die Aktivitäten der Wehr Vorrang, außerdem ist der Schulungsraum im ersten Stock nicht barrierefrei erreichbar. Und das örtliche Gasthaus sei nur an bestimmten Tagen geöffnet, erklärt Schröder.

Als Standort für das geplante Gemeinschaftshaus schlägt der Verein Bohlser für Bohlsen (BfB) eine gemeindeeigene Wiese neben dem Speicher vor. Auf seiner Mitgliederversammlung erklärte sich der BfB bereit, nach Errichtung des rund 13 mal 10,50 großen Zweiständerhauses die Aufsicht, Verwaltung und hausmeisterliche Tätigkeiten gegen Kostenerstattung zu übernehmen. Das Ständerwerk gehört Volker Krause, Chef der Bohlsener Mühle. Er wolle es kostenlos zum Aufbau zur Verfügung stellen, sagt Schröder. Beim Abriss einer alten Scheune im Ort seien bereits Ziegelsteine und Dachpfannen gesammelt worden, die als Baumaterial für das Dorfhaus verwendet werden könnten.

„Wir wollen eine Begegnungsstätte für die Bohlser schaffen, um das Dorfleben attraktiver zu machen“, erklärt Schröder. In dem rund 135 Quadratmeter großen Haus könnten beispielsweise Ehejubiläen und Geburtstage gefeiert werden, die Bohlser Bühne könnte dort proben und Vereine sich regelmäßig treffen.

Vertreter der Dorfgemeinschaften hätten die Idee einmütig befürwortet, berichtet Schröder. Nun werde die Gemeinde gebeten, das Vorhaben zu unterstützen. Diese sollte nach dem Wunsch der Bürger die Trägerschaft übernehmen und versuchen, dafür Fördermittel aus dem Leader-Programm zu bekommen. „Ohne öffentliche Zuschüsse wird es nicht funktionieren“, betont Schröder. Die genauen Kosten könnten aber erst nach der Beauftragung eines Planers ermittelt werden.

Gerdaus Bürgermeister Stefan Kleuker hat das Projekt vor Kurzem erstmals dem Bauausschuss der Gemeinde vorgestellt. Darüber wird nun in den politischen Gremien beraten. „Wir müssen uns noch mal interfraktionell mit dem Dorfausschuss und dem Architekten zusammensetzen und am Konzept feilen“, kündigt Kleuker an. Es sei jedoch auch ein Alternativstandort für ein Dorfhaus der Gemeinde im Gespräch. Vorgeschlagen worden sei der alte Kirchgarten nordöstlich von Gerdau.

Von Bernd Schossadowski

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