Bundesentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“: Böddenstedt zeigt sich von seiner besten Seite

Häuser, Findlinge und zwei Kühe

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Da staunten die Besucher: Maret Sander (Mitte) und Lilly Stelling (rechts) ritten auf den zutraulichen Kühen „Herzchen“ und „Lina“ durchs Dorf.

Böddenstedt. „Lina“ und „Herzchen“ sind die Stars des Tages. Die beiden zutraulichen Kühe laufen über die Straße „Am Dorfkrug“ und blicken gelassen auf die vielen Besucher.

Auf ihren Rücken sitzen die beiden 14-jährigen Mädchen Lilly Stelling und Maret Sander fest im Sattel. Die Kommission des Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ist von dem, was ihr die Böddenstedter Dorfgemeinschaft am Samstagnachmittag beim Rundgang durch den Ort bietet, angetan.

Drei Stunden lang nimmt das zwölfköpfige Gremium, dessen Mitglieder aus ganz Deutschland stammen, Böddenstedt unter die Lupe. Schließlich ist der Ort einer von bundesweit 33 Bewerbern um den Titel des Gold-Dorfes. Und da schaut die Jury ganz genau hin. Der Auftritt von „Lina“ und „Herzchen“ ist jedoch keine plumpe Show-Einlage. Lilly und Maret haben die beiden Kühe mit der Flasche aufgezogen und reiten in ihrer Freizeit tatsächlich auf ihnen.

„Leben in Böddenstedt: Mit der Natur in vernetzten Gemeinschaften nachhaltig wirtschaften“, so lautet das Leitbild, das sich der Ort gegeben hat und das beim Rundgang immer wieder deutlich wird. Bei Bernhard Witte laufen die Fäden zusammen. Mit seinem roten Regenschirm in der Hand führt er von Station zu Station. Derweil achtet Monika Neumann – mit Klemmbrett, Stoppuhr und Glocke in der Hand – darauf, dass der sorgfältig ausgearbeitete Zeitplan eingehalten wird.

Horst Löbert (rechts) erläuterte den Schälchenstein.

Los geht es am Sportplatz. Von dort fährt die Kommission mit Vertretern der Dorfes per Anhänger in den Ort. Plötzlich weichen die Regenwolken strahlendem Sonnenschein. „Ja, die Kommission ist für das Wetter verantwortlich“, scherzt deren Mitglied Professor Dr. Hans W. Wöbse. Eine der nächsten Stationen ist die Info-Zelle – eine ehemalige Telefonzelle, die mit Infomaterial und Büchern bestückt wurde. Die Jury nickt anerkennend. Gleiches gilt für den Jahrtausende alten Schälchenstein aus der Bronzezeit, den Horst Löbert erläutert. „Böddenstedt ist Stein-reich“, berichtet er schmunzelnd. Anschließend stellen örtliche Landwirte ihre Betriebe vor und Carsten Cohrs präsentiert stolz sein Wohnhaus, die 1809 erbaute alte Dorfschule. „Wir leben gerne in Böddenstedt. Familie Cohrs ist seit über 40 Jahren hier und wir wollen noch ein bisschen hierbleiben“, sagt er. Danach berichtet Lukas Löbert über die Aktivitäten der Dorfjugend und Ortsbrandmeister Carsten Kniep über die Feuerwehr.

Die Tour endet im Dorfgemeinschaftshaus. „Es hat uns hier sehr gut gefallen“, resümiert Elmar Henke im Namen der Kommission. Voraussichtlich am 8. Juli wird diese ihr Ergebnis bekannt geben. Vielleicht lässt sich der Erfolg von 1991, als Böddenstedt Gold-Dorf wurde, ja wiederholen. Bernhard Witte ist jedenfalls sehr zufrieden. „Wir haben eine breite Facette gezeigt von all dem, was unsere Dorfgemeinschaft ausmacht“, sagt er und dankt allen Mitwirkenden für ihr Engagement.

Von Bernd Schossadowski

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