Grünes Licht für Schäferstündchen

Der neue Außenschafstall in der Tannrähmsheide ist nun gut bedacht. Bis die Schnucken kommen können, gibt es aber noch viel zu tun. Suderburgs Bürgermeisterin Christel Beplate-Haarstrich hat auf dem First Platz genommen.

Suderburg - Von Christine Kohnke. Schnucke oder Manpower - das war die Frage. Und zwar in Sachen Pflege der Heidefläche am Tannrähm in Suderburg. Nachdem die Mitstreiter der Dorfgemeinschaft „Wir sind Suderburg“ einige Jahre auf Manpower gesetzt haben, soll nun die Zeit der Heidschnucken anbrechen.

Denn die Pflege einer Heidefläche ist sehr aufwändig: regelmäßiges Entkusseln, also das Abhacken der natürlich aufwachsenden Bäume, ist ebenso nötig wie das Entfernen des alten Heidekrautes, so dass neues aufwachsen kann. Hierbei sollen nun die Schnucken von Schäfer Matthias Behn helfen.

Dazu bedarf es allerdings einiger Voraussetzungen: Die Schnucken müssen beaufsichtigt werden und die nässeempfindlichen Tiere brauchen einen Unterstand. Früher gab es dafür die typischen Außenschafställe – einfache „Nurdachhäuser“, auf platt „Butenschapskoben“ genannt.

Ein solcher entsteht nach historischem Vorbild derzeit in der Heide am Tannrähm. Kürzlich konnte Richtfest gefeiert werden. „Ich gratuliere euch zu diesem Projekt“, sagte Bürgermeisterin Christel Beplate-Haarstrich, die zum Umtrunk natürlich den passenden Spruch und außerdem einen Blick in die Geschichte der Heidefläche mitgebracht hatte. „Hier gab es immer Heide“, so Beplate-Haarstrich. 1911 hatte die Wiesenbauschule die Fläche gepachtet, um einen Sportplatz zu errichten, dann lag die Fläche brach. Das Grundstück gehört der Gemeinde.

Die künftige Pflege des Stalles wird die Dorfgemeinschaft übernehmen, ebenso die „Schäferstündchen“. „Früher strickten die Schäfer nebenbei. Ich könnte euch einen Crashkurs im Sockenstricken anbieten“, signalisierte die Bürgermeisterin ihre Unterstützung. Die Grundidee für den Außenschafstall stammt von Dagmar Hempel, dank der Unterstützung einiger Handwerker aus der Region sowie einer Abordnung der Patenkompanie, des 6. ABC-Abw.Btl. 7 aus Höxter, konnten Aufbau und Dachdeckung schnell unter Dach und Fach gebracht werden.

Die Zimmererarbeiten hat Horst Bockelmann erledigt, für die Betonarbeiten konnte Herbert Gauch gewonnen werden. Dachdecker Zina sorgte für die schützende Hülle obendrauf. Noch ist längst nicht alles an dem Projekt fertig.

Die Arbeiten an der Hütte gehen weiter und dazu werden weiterhin noch dringend Spenden benötigt. „Damit ein Fleckchen der selten gewordenen Heideflächen dauerhaft erhalten bleiben kann und Einheimische und Besucher einen Einblick in eine alte Wirtschaftsweise der Lüneburger Heide bekommen“, fasst es Manfred Hempel zusammen. Denn die Heidebauernwirtschaft war über viele Jahrhunderte prägend für die Region. Die Schafställe spielten hierbei übrigens eine besondere Rolle: Die Schäfer sammelten hier den wertvollen Mist, der für die Düngung der Felder wichtig war. „Schaper, Schaper dudeldei, söck de Köttel ut de Hei! Söckst du se nicht rein herut / Kriegs du keine Jungfer Brut“, sangen die Kinder dazu.

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