Museums- und Heimatverein: Nachfolger suchen und Exponate modernisieren

Frischzellenkur im Schloss

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Zwei starke Säulen des Museumsvereins, die Spaß an ihrer Arbeit haben: Uwe Harnack (links ) und Otto Lukat werden in einem Jahr ihre Ämter zur Verfügung stellen.

Uelzen. Der Museums- und Heimatverein des Kreises Uelzen steht vor umfassenden personellen Veränderungen. Sowohl der Vereinsvorsitzende, der Bürgermeister der Stadt Uelzen, Otto Lukat, als auch der langjährige Schatzmeister Uwe Harnack werden in einem Jahr ausscheiden.

Dies teilte Otto Lukat anlässlich der Mitgliederversammlung des Vereins mit.

Mitglieder und Freunde des Vereins lauschten den Berichten über Vergangenes und Kommendes.

Seit 30 Jahren ist Uwe Harnack für die Finanzen des Vereins zuständig und damit einer der dienstältesten Mitstreiter im Uelzener Museumsvorstand. „Uwe Harnack hat die Vereinskasse gut gehütet, eine zeitaufwändige und verantwortungsvolle Tätigkeit, zu der auch die Buchführung für die Mitarbeiter des Museums gehört“, würdigte Otto Lukat Harnacks Engagement. Mit Dieter Böhm, der seit 20 Jahren die Arbeitsgemeinschaft Ahnen- und Familienforschung für Stadt und Kreis Uelzen leitet und ebenfalls in diesem Jahr sein Amt zur Verfügung stellen wird, sind es drei Personen in leitender Funktion, auf die der Verein künftig verzichten muss. Nachfolger für sie sind derzeit nicht in Sicht.

Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm blickt dennoch positiv in die Zukunft des Museums. Wurde doch im vorigen Jahr die Registrierung nach den Kriterien des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und des Museumsverbandes erreicht, die nun für sieben Jahre gültig ist (AZ berichtete). „Darauf sind wir stolz“, so Brohm.

Die Registrierung bringe dem Museum insbesondere bei der Beantragung von Fördermitteln Sicherheit, denn viele Fördergeber machten das Qualitätssiegel zu einem wesentlichen Kriterium. Dieses könnte schon bald relevant werden, denn Brohm möchte die Dauerausstellung im Schloss nach und nach moderner gestalten und dafür Gelder beantragen. Mit einem Raum wird demnächst begonnen, dort wird künftig die Hutmacherwerkstatt untergebracht sein sowie die Geschichte der Uelzener Dragoner dargestellt.

Fünf Sonderausstellungen werden in diesem Jahr im Schloss zu sehen sein, zwei davon unter der Regie des Kunstvereins. Die zentrale heimatgeschichtliche Ausstellung wird das Uelzener Vereinswesen zum Inhalt haben: „Vereinte Kräfte leisten vieles“ ist der Titel der Schau, für die die Planungen bereits laufen. Gleichzeitig wird im Ovalen Saal eine Ausstellung mit Bildern des zeitweise in Uelzen tätigen Malers Albert Othmer zu sehen sein.

Um den Aufwärtstrend bei den Besucherzahlen zu halten, werden die Öffnungszeiten um täglich eine Stunde verlängert. Die Kosten dafür sollen mit einer leichten Erhöhung der Eintrittspreise aufgefangen werden. Im vorigen Jahr besuchten 6135 Gäste das Museum, das sind 360 mehr als in 2011. Im Bereich Schulklassen seien die Zahlen dagegen leicht rückläufig, dort möchte das Museum mit einem pädagogischen Konzept gegensteuern. Dieses Konzept wurde von Gabri Macchini-Warnecke erarbeitet und sieht unter anderem die Einbeziehung des Schlossparks in die museumspädagogische Arbeit vor, dort ist eine Zusammenarbeit mit dem BUND geplant.

Von Christine Kohnke

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