Verein zur Erhaltung der Ellerndorfer Wacholderheide plant umfangreiche Pflegemaßnahmen vor Ort

Frischzellenkur für ein Kleinod

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Ralf Rusko (links) und Götz Schimmack vom Verein zur Erhaltung der Ellerndorfer Wacholderheide wollen in den kommenden Monaten gemeinsam mit ihren Vereinskollegen zahlreiche Pflegemaßnahmen auf der Fläche in Angriff nehmen.

Ellerndorf. Die Heideblüte war in diesem Jahr so üppig wie lange nicht mehr. Doch darauf will sich der Verein zur Erhaltung der Ellerndorfer Wacholderheide nicht ausruhen.

Er plant in den kommenden Monaten umfangreiche Pflegemaßnahmen in dem mit 60 Hektar größten zusammenhängenden Heidegebiet im Kreis Uelzen. Dieses Kleinod ist eines der herausragenden Ausflugsziele in der Region und genießt seit etwa zwei Jahren den Status eines Landschaftsschutzgebietes.

Unter anderem sollen dort Kiefern und Birken entfernt werden, damit die Heide sich besser entwickeln kann. Vorgesehen ist auch, die Stubben der letztjährigen Pflegeaktion zu roden. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Wiederherstellung des Reitweges sein. Südlich der Heidefläche – nahe dem angrenzenden Wald – verläuft ein unbefestigter Wirtschaftsweg, der nicht zum Landschaftsschutzgebiet gehört, erläutert Vereinsvorsitzender Götz Schimmack. Der Weg unterliegt nicht dem strengen Schutzstatus der Heidefläche, unter anderem damit dort Reiter ihrem Hobby nachgehen können.

Durch den Einsatz einer speziellen Maschine wurden vor Ort Steine in den Randbereich verfrachtet, auf dem geritten werden sollte. Doch es gibt ein Problem: „Da die Reiter die Steine meiden, weichen sie auf den Bereich des Weges aus, der für Rollstuhlfahrer benutzbar sein soll, was natürlich durch die von den Hufen verursachten Unebenheiten nicht geht“, schildert Schimmack. Deshalb sollen die Steine im Bereich des Reitweges nun abgesammelt werden. Die Kosten dafür soll der Verein tragen. Denn diesem seien Spendengelder einer Werbefirma zugeflossen, die Aufnahmen auf der Heidefläche für Outdoor-Bekleidung gemacht habe. Diese Zuwendung entspreche „in etwa der Höhe des vorgesehenen Aufwandes für die Beseitigung der Steine“, sagt Schimmack.

Geplant ist auch, den Wacholderbestand in stark zugewachsenen Bereichen der Ellerndorfer Heide auszudünnen, um Platz für den Wuchs des Heidekrautes zu schaffen. „Hierbei sollen vor allem ältere, absterbende und breit auswachsende Wacholdersträucher entfernt und geräumt werden, die die Heidefläche zu stark beschatten“, erklärt der Vorsitzende. Zudem soll das dort vorkommende seltene Borstgras erhalten und dessen Fläche vergrößert werden. Dazu soll die Beweidung mit Heidschnucken beitragen. Ebenso will der Verein das Areal durch typische Blühpflanzen wie zum Beispiel Arnica aufwerten.

All das soll dazu beitragen, dass die Heidefläche auch in Zukunft attraktiv aussieht und ihr Bestand langfristig gesichert wird. „Die Ellerndorfer Heide ist eine einzigartige, hochwertige Kulturlandschaft, die auch touristisch sehr wichtig ist“, schwärmt Schimmack. „Eine so gut erhaltene Fläche haben wir in der ganzen Umgebung nicht.“

Von Bernd Schossadowski

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