Dennoch fehlen Unterkünfte, weil überwiegend einzelne Asylbewerber kommen

130 freie Plätze für Familien

+
Überwiegend Einzelpersonen kommen als Flüchtlinge in den Kreis Uelzen.

Landkreis/Suderburg. Der Landkreis Uelzen sucht händeringend nach Wohnraum für Asylbewerber. 444 Menschen durchlaufen derzeit im Kreisgebiet das Asylverfahren, bis zum Jahresende erwartet der Kreis bis zu 1200 Asylbewerber, die untergebracht werden müssen.

Obwohl viele Privatleute ihm Mietobjekte anbieten, wird der Landkreis 2015 weitere Sammelunterkünfte einrichten. Denn Wohnraum und Asylbewerberstruktur passen nicht zusammen.

„Wir hätten 130 freie Plätze für Familien“, beziffert Norbert Pern, Teamleiter-Asyl des Sozialamtes, das Dilemma. Denn zugeteilt würden dem Landkreis Uelzen derzeit vor allem Einzelpersonen – obwohl Pern bei den zentralen Aufnahmestandorten offensiv angemeldet hat, dass Platz für Familien vorhanden ist.

Aufgrund der Schere zwischen Angebot und Bedarf bleiben viele Wohnungen leer – aus mehreren Gründen: Einige Vermieter hätten dem Landkreis zu verstehen gegeben, dass sie Bauchschmerzen damit hätten, wenn beispielsweise fünf alleinstehende Männer in ihrem Mietobjekt einquartiert würden. „Ein weiteres Problem ist, dass uns oft Wohnungen von 120 bis 130 Quadratmetern Größe angeboten werden. Familien könnten dort gut untergebracht werden – oder zehn Einzelpersonen. Dann haben wir aber wieder eine Gemeinschaftsunterkunft, die wir eigentlich nicht wollen“, sagt Pern.

Fest steht inzwischen aber: 2015 sollen drei weitere Sammelunterkünfte entstehen – auf dem Gelände der Uelzener Obdachlosenunterkunft am Fischerhof, im einstigen Veterinäramt an der Uelzener Nothmannstraße und im ehemaligen Medinger Hotel Vier Linden. Der Landkreis informiert am Montag, 4. Mai, um 19 Uhr im Uelzener Rathaus und am Freitag, 8. Mai, um 19 Uhr in der Mensa der Kooperativen Gesamtschule Bad Bevensen über die Vorhaben.

Gegen die Schaffung einer Sammelunterkunft am Tannrähmsweg in Suderburg hat sich unterdessen der Bauausschuss der Samtgemeinde ausgesprochen. Der Vorschlag, auf diesem Grundstück Wohncontainer für Asylbewerber zu errichten, wurde abgelehnt. Dagegen empfahl der Ausschuss einstimmig, das dortige Wohnhaus für zwei Jahre an den Landkreis zu vermieten, um dort Asylbewerber unterzubringen.

Lesen Sie mehr dazu im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

Kommentare