Flugzeugkollision und Brand im Schafstall

Brand in historischen Mauern: Aus dem Museumsdorf wurde in der Nacht ein Brand gemeldet. Die Bremervörder Kameraden gingen mit Atemschutzgeräten in das Gebäude.

Hösseringen/Barnsen. „Für uns ist es interessant, zu sehen, wie andere Wehren mit der Situation umgehen. Bis jetzt haben wir jedesmal eine andere Lösung präsentiert bekommen.“ Axel Kelle, Zugführer bei der Kreisfeuerwehrbereitschaft Uelzen, zieht Bilanz.

An zwei Tagen übten Kameraden der Kreisfeuerwehrbereitschaft Bremervörde im Landkreis Uelzen den Ernstfall – und sie machten ihre Sache gut.

Wasser marsch: Zwei Fahrzeuge galt es laut Übung für die Kameraden auf dem Flugplatz Barnsen zu löschen.

„Kollision Flugzeug mit Pkw“ hieß das Szenario am Freitagabend auf dem Flugplatz Barnsen. Sechs Verletzte waren zu suchen, der Brand der beiden Fahrzeuge zu bekämpfen. Zudem waren die Schutzhallen des Flugvereins Cumulus zu sichern. In nur zwei Stunden hatten die Bremervörder Kameraden diese Aufgaben erledigt, gegen 23 Uhr kehrte wieder Ruhe ein in Barnsen – aber die Nacht sollte kurz sein. Denn der Samstagmorgen begann mit einem Alarm aus dem Museumsdorf: Der Hofschafstall am Brümmerhof sei in Brand geraten, drei Mitarbeiter werden vermisst. Und die Trockenheit tat ein Übriges: Der Brand drohte auf die Heideflächen überzugreifen. „Hier ist die Situation schwierig, denn für die Wasserversorgung steht nur eine Leitung zur Verfügung“, erläutert Axel Kelle. Zusätzliches Wasser war also heranzuschaffen. Die Kameraden wählten die etwa 1200 Meter vom Brandort entfernte Hardau für die Wasserversorgung. Etwa 50 Schläuche wurden dafür verlegt, alle 500 Meter sorgte eine Pumpe für ausreichenden Druck. Tanklöschfahrzeuge schafften per Pendelverkehr zusätzliches Wasser herbei.

Bremervörder Kameraden übten Ernstfall

„Die Kameraden haben das gut gelöst. Sie haben nur etwa 30 Minuten gebraucht, das ist schnell. Mit ihren kleinen Tanklöschfahrzeugen sind sie hier im Gelände gut zurecht gekommen“, fasst Axel Kelle zusammen. Zum Schluss stand noch eine Waldbrandbekämpfung in Räber auf dem Programm, dann hatten die gut 130 Bremervörder Kameraden das Pensum geschafft.

Ausgearbeitet wurden die Aufgaben von der Kreisfeuerwehrbereitschaft Uelzen. Sinn dieses „Fremdgehens“ der Wehren ist, den Katastrophenfall in unbekanntem Gelände zu proben. „Vor Ort kennt man sich ja aus und weiß um die Gegebenheiten. Deshalb wird regelmäßig außerhalb des eigenen Einzugsbereiches geübt“, so Kelle. Auch Befehlsstrukturen sollen so geübt werden.

Aus diesem Grund treffen sich die Kreisbereitschaftsführer aus der Region des ehemaligen Regierungsbezirks Lüneburg regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und zum Abstimmen der Übungen. Im Jahr 2010 waren beispielsweise Kameraden aus Celle und 2008 aus Lüneburg hier im Landkreis Uelzen. Auch die Uelzener Kreisbereitschaft übte schon andernorts, im Jahr 2010 zusammen mit den Wehren aus Lüneburg und Lüchow-Dannenberg in der Göhrde und 2007 auf der „Heidehexe“ im Landkreis Soltau-Fallingbostel. Das Verfahren bringt Vorteile für beide Seiten: Die probende Wehr setzte sich mit unbekanntem Gelände auseinander, die gastgebende Wehr beobachtet, welche Lösungen gefunden werden und lernt daraus. „Wir haben fleißig notiert“, bestätigt Kelle. Die Kreisbereitschaft der Feuerwehr Uelzen besteht aus sechs Zügen. Während sie früher ausschließlich außerhalb des Landkreises eingesetzt wurde, ist heute auch der Einsatz vor Ort möglich, etwa zur Unterstützung von Wehren im Einsatz. „Wir üben etwa vier Mal im Jahr zusammen, das gibt funktionierende Strukturen und fördert den Teamgeist“, erläutert Thomas Nohns, Zugführer der Suderburger Wehr. Seine Leute haben ihren „Außeneinsatz“ noch vor sich. Der Termin steht: Im Oktober ist es soweit.

Von Christine Kohnke

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