Köhlerfest rund um den Meiler im Museumsdorf Hösseringen / Jahrtausende altes Handwerk

Feuer, Qualm und heiße Kohlen

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Auf dem Gelände des Museumsdorfs qualmte der Meiler. Das Köhlerhandwerk wird schon seit der Altsteinzeit betrieben, zunächst um Holzteer und Birkenpech zu gewinnen, später um Kohle zur Verarbeitung von Metallen herzustellen.

Hösseringen. Julius trägt die Verantwortung. Aufmerksam blickt er über die noch leicht qualmende Holzkohle, den Wasserschlauch bei der Hand, um bei Bedarf zu löschen. „Ich sorge heute dafür, dass die fertige Kohle nicht anfängt zu brennen.

Wenn es brennt, dann ist die ganze Kohle weg und das Feuer kann sich verbreiten. Wenn wir großes Pech haben, dann brennt ganz Hösseringen ab“, weiß der Sechsjährige. Das passiert dank des tüchtigen kleinen Helfers glücklicherweise nicht und das Köhlerfest im Museumsdorf Hösseringen kann seinen Lauf nehmen.

Eine Woche lang haben Archäologe Arne Paysen und sein Team den Kohlemeiler im Freigelände des Museumsdorfes überwacht und nun war es an der Zeit, die Holzkohle zu entnehmen. Bevor die Kohle weiterverarbeitet oder transportiert werden kann, muss sie 24 Stunden abkühlen und trocknen. „Es gibt das Sprichwort ‚mit heißer Kohle handeln’“, erzählt Paysen, während er die Kohle in ein großes Sieb schippt, um den Sand herauszufiltern. „Früher ist es mitunter dazu gekommen, dass ganze Wagenladungen in Brand gerieten oder – schlimmer noch – Schiffe sanken, weil die Kohle zu früh verladen wurde und sich unterwegs entzündete.“

Erfahrungen mit der Köhlerei konnte Paysen in den vergangenen Jahren mehrfach im Museumsdorf sammeln. „Uns wächst das Material ja quasi in den Meiler“, fügt Museumsmitarbeiter Michael Schulz hinzu. Verköhlert wird nämlich Holz, das eigens dazu auf dem Gelände des Museums geschlagen wird.

„Köhler gab es früher überall“, erläutert Paysen. Nur in der Heide haben sich die Stellen nicht so gut erhalten, weil sie in der flachen Landschaft überall angelegt werden konnten und nur wenige Spuren hinterließen. Besser nachweisbar sind sie zum Beispiel im Harz. Geköhlert haben Menschen schon seit Jahrtausenden. Bereits in der Altsteinzeit war die Technik bekannt, um Holzteer oder Birkenpech zu gewinnen. „Die Kohle war damals ein Nebenprodukt“, so Arne Paysen. Stark voran getrieben wurde die Technik dann mit der Verarbeitung von Metallen.

Und während die Männer „Kohle machen“, hat Nachwuchsrestaurator Julius eine brandgefährliche Stelle entdeckt. „Dort, wo blauer Rauch kommt, muss ich gleich sprühen“, weiß er. Eigentlich möchte Julius ja Handballer oder Fußballer werden, aber „Handwerk finde ich auch gut“, meint er und lässt den Schlauch über die heißen Kohlenstücke wandern.

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