Schwere Vorwürfe gegen Neuland Produkt GmbH

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Nur einmal im Jahr werden die Betriebe bislang kontrolliert. Das soll sich nun ändern. Foto: dpa

stk Bad Bevensen/Uelzen. Der Skandal um konventionelles Hähnchenfleisch, das unter dem Neuland-Siegel vermarktet wurde, hat erste Konsequenzen.

Und sie betreffen ganz direkt die Neuland Produktions GmbH in Bad Bevensen, über die das Fleisch eines Wietzener Landwirts in den Handel gelangt ist. Am Donnerstag schlossen die Gesellschafter bei einer Versammlung in Uelzen den Landwirt aus. Und sie wählten den Aufsichtsratsvorsitzenden Andreas Engel ab. Das teilt Bundesgeschäftsführer Jochen Dettmer mit. Und er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Bevenser Vermarktungs-GmbH und ihren Geschäftsführer, der mehr Geflügel abgenommen habe, als zulässig war.

„Er hat uns gesagt, dass er nicht nachgerechnet und einfach bestellt hat“, berichtet Dettmer im AZ-Interview. Das will Neuland nun überprüfen. In der nächsten Woche soll ein externer Gutachter den Bevenser Betrieb prüfen, der Geschäftsführer soll beurlaubt werden. Dieser war für die AZ trotz mehrfacher Nachfrage nicht erreichbar. Der Landwirt müsse Mitwisser gehabt haben, ist Dettmer überzeugt. Allerdings wird im Interview auch deutlich, dass sich der Neuland-Verein weitgehend auf die Vermarktungs-GmbH verlassen hat. Nur einmal pro Jahr werden die Betriebe kontrolliert, und zwar nur hinsichtlich der tiergerechten Haltung.

Der Verein, der vom Deutschen Tierschutzbund, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) getragen wird, hat sich bei allen Verbrauchern entschuldigt. Als Konsequenz will Neuland mehr und lückenlose Kontrollen einführen.

Das gesamte Interview ist in der Sonnabendausgabe der AZ oder im E-Paper zu lesen. In der Kolumne „Von Woche zu Woche“ bezieht zudem AZ-Redakteur Gerhard Sternitzke Position zum Neuland-Skandal.

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