Energieverlusten auf der Spur

Die hellen Flächen auf dem Wärmebild zeigen den Energieverlust an. Der Autor (links) wird also über den Winter seinen Bart behalten, Alfred Meyer (UWG, rechts) sollte sich vielleicht einen wachsen lassen.

Suderburg - Von Jürgen Köhler-Götze. Im Deutschen Bauernkrieg wurde auf manches Kirchendach der rote Hahn gepflanzt, das heißt, die Kirche wurde in Brand gesteckt. Über der Suderburger St. Remigius-Kirche flattert schon seit einigen Jahren der Grüne Hahn und Dietrich Meyer ist immer noch stolz darauf.

Meyer präsentiert beim zweiten Energie-spartag in Suderburg, was die Kirchengemeinde alles getan hat, um das Zertifikat zu erhalten – als eine der ersten Kirchengemeinden überhaupt – und was es gebracht hat. „27 Prozent Stromeinsparung, verglichen mit dem Basisjahr 2006“, das könne sich doch sehen lassen, findet Meyer am Stand in der Ostfalia Hochschule. Doch der ehemalige Professor der Fachhochschule wirbt an seinem alten Wirkungsort nicht nur für Energiesparlampen oder moderne Heizungssysteme. „Wenn doch wenigstens alle kritischen Menschen endlich zu echten Ökostrom-Anbietern wechseln würden“, klagt er über das Auseinanderklaffen von Anspruch und Wirklichkeit bei vielen Menschen. „Atomausstieg-selber-machen.de“, liefert er auch gleich die passende Internetadresse mit.

Energiekosten senken, das versprechen viele Aussteller beim Energiespartag. Neben einem kupfernen Uralt-Badeofen sind moderne Heizungssysteme zu begutachten. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen man Holz hacken musste, um klimaneutral zu heizen. Günstiger als gedacht, die modernen Holzpellet-Heizungen. Und warum nicht die Sonne anzapfen? In die Diskussion, ob es sich lohnt, mit einem Solarmodul Strom zu erzeugen oder ob man besser die Sonne für Warmwassererzeugung nutzen sollte, hat sich ja jüngst die Politik mit Subventionskürzungen eingemischt. Auch dies wird bei der Ausstellung kontrovers diskutiert.

Einige Anbieter präsentieren Wärmepumpen. Auch die Wärme aus der Erde ist fast gratis, die Invenstitionen, um sie nutzen zu können hingegen nicht. Eindrucksvoll demonstriert ein Glaser mit einem Modell, dass es sich lohnt, seine Fenster dreifach zu verglasen. Ganz deutlich mehr Kälte dringt durch die Scheibe mit der Standardverglasung. Eine Fülle von energiesparenden Lampen gab es zu sehen, heimelige Kachelöfen und Dämmmaßnahmen ohne Ende.

Am Stand der Ostfalia war eine Wärmebildkamera zweckentfremdet worden. Normalerweise dient sie zum Aufspüren von Wärmebrücken und Undichtigkeiten an Gebäuden, hier konnten die Besucher sich selber auf der Leinwand sehen. Natürlich werde die Hochschule den privaten Energieberatern keine Konkurrenz machen, beruhigte Diplomingenieur Frank Dziembowski, aber eine Zusammenarbeit bei Verfahren, die nur die Hochschule beherrscht, sei angedacht.

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