Museumsdorf Hösseringen eröffnet am 29. Mai neue Sonderausstellung / Zahlreiche Exponate

Einzelhandel im Wandel der Zeit

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Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm (rechts) und Museumspädagoge Günther Reimers begutachten die Exponate der Laden-Inszenierung, die in der neuen Sonderausstellung zum ländlichen Einzelhandel im Museumsdorf Hösseringen zu sehen ist.

Hösseringen. Auf diesen Tag hat das Museumsdorf Hösseringen lange gewartet. Schon seit vielen Monaten laufen die Vorbereitungen, am Sonntag, 29.

Mai, ist es nun soweit: Unter dem Titel „Ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein“ wird die neue Sonderausstellung im Museumsdorf eröffnet. Diese kann ab 14 Uhr in der großen Ausstellungshalle besichtigt werden.

Mit der Wahl des Ausstellungstitels wird auf ein wesentliches Merkmal des ländlichen Handels – nicht nur in der Lüneburger Heide – hingewiesen. Nämlich, dass die Geschäfte oft nur eine schmale Existenzgrundlage boten, die durch Tätigkeiten in anderen Bereichen wie Landwirtschaft, Gastwirtschaft, Handwerk oder Futtermittelhandlung ergänzt werden musste.

Die Geschichte des ländlichen Einzelhandels ist weniger von „Tante-Emma-Romantik“ geprägt, sondern vor allem vom ständigen Zwang zur Anpassung an sich wandelnde Konjunkturverhältnisse, Konsumentenwünsche und Konkurrenzsituationen. Am Beispiel der Heide zeigt die Ausstellung den Wandel des ländlichen Einzelhandels und des Konsumverhaltens der dörflichen Bevölkerung vom 16. Jahrhundert bis heute.

Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf der Zeit nach der Einführung der Gewerbefreiheit in der preußischen Provinz Hannover 1867. „Dabei geht es in erster Linie um die Frage, wie der Handel auf Veränderungen im Konsumverhalten reagierte“, erläutert Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm. „Die Ausstellung zeigt nicht nur die Ursachen für die Entstehung der ländlichen Einzelhandelsgeschäfte und deren weitere Entwicklung auf, sondern geht auch der Frage nach, auf welche Weise künftig die ländliche Bevölkerung mit den benötigten Waren versorgt werden kann.“

Fünf Laden-Inszenierungen aus der Zeit um 1850, 1900, 1940, 1960 und 1970 zeigen die verschiedenen Entwicklungsstufen und bilden das chronologische Grundgerüst der Ausstellung. Die Exponate wie Waren, Ladeneinrichtungen und Fahrzeuge stammen von Läden aus der Region, deren Geschichte mit dargestellt wird. Durch die Verbindung der Exponate mit dem Schicksal einzelner Firmen und ihrer Besitzer bleiben sie in einem für die Besucher erkennbaren Entstehungs- und Nutzungszusammenhang und vermitteln so beispielhaft die Wandlungsprozesse im ländlichen Einzelhandel in der Lüneburger Heide.

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