Im Heidehof werden seit 50 Jahren Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung betreut

„In Eimke wird Inklusion gelebt“

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Auf dem Heidehof in Eimke leben 31 Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung. Sie arbeiten nachmittags nach Schulschluss unter anderem im Garten der Einrichtung.

Eimke. Sie gehen in den kleinen Dorfladen, um Einkaufen zu üben, nehmen an dem Martinsumzug teil, und auch beim Schützenfest sind die Kinder des Heidehofs in Eimke mit dabei. In der Einrichtung werden seit 50 Jahren Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung betreut.

„In Eimke wird Inklusion gelebt. Wir wollen möglichst nah dran sein, und auch das Dorf macht mit“, sagt Thomas Johannes, Geschäftsführer des Heidehofs. Jetzt will der Hof am kommenden Sonnabend, 13. August, ab 11 Uhr seinen Geburtstag feiern.

„Im Vergleich zu früher hat sich das Bewusstsein der Menschen gewandelt“, sagt Thomas Johannes. Heute sei es selbstverständlich, Menschen mit geistiger Behinderung am Alltag teilnehmen zu lassen. Als vor 50 Jahren sein Onkel mit fünf geistig behinderten Kindern nach Eimke kam, sei auch der Umgang mit den Kindern ein anderer gewesen. Es habe damals noch keine Inklusion gegeben, während heute in den Einrichtungen vor allem ein Ziel verfolgt wird: „Die Kinder sollen so selbstständig wie möglich werden und möglichst viel am Leben teilnehmen“, so Thomas Johannes. Dazu nehmen sie nicht nur am Dorfleben aktiv teil und gehen montags bis freitags in die Loewenwaldschule in Uelzen, sondern arbeiten nachmittags auch auf dem Hof im Garten, helfen bei der Pflege der Hoftiere oder spielen einfach nur. Wenn sie später sogar selbstständig wohnen können oder eine Ausbildung beginnen, sei dies ein großer Erfolg.

Auch die Betreuung der Kinder, es sind 31, und die Vorschriften zur Unterbringung haben sich geändert. Waren früher noch drei bis vier Kinder auf einem Zimmer untergebracht, wohnen sie heute meist in Einzel- oder Doppelzimmern. „Die Vorschriften sind mehr geworden und man hat auch mehr Büroarbeit, aber davon profitieren die Kinder“, sagt Thomas Johannsen. Manchmal wachse einem zwar der Papierkram über den Kopf, wenn dann aber ein Kind neu zum Heidehof komme oder in eine andere Einrichtung wechsele, sei man schon froh, so gut über das Kind und seine Bedürfnisse informiert zu sein.

Dass Thomas Johannsen selbst in dem Familienbetrieb mitarbeitet, war nicht von Anfang an klar. Zunächst hat er eine Ausbildung zum Systemelektroniker gemacht und erst dann in Lübeck und Berlin studiert. Er sagt: „Ich lebe auf dem Hof, seit ich fünf bin. Der Arbeit mit den Kindern konnte ich mich nicht entziehen.“

Von Lars Lohmann

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