Samtgemeinde Suderburg will Haus am Tannrähmsweg zur Unterbringung von Flüchtlingen anbieten

Drei Wohnungen für Asylbewerber

+
Dieses Haus am Tannrähmsweg will die Samtgemeinde an den Landkreis vermieten. Es dient seit mehr als 20 Jahren als Asylbewerber-Unterkunft und soll nun renoviert werden.

Suderburg. Die Samtgemeinde Suderburg bereitet sich auf die Zuweisung einer größeren Zahl von Asylbewerbern durch den Landkreis Uelzen vor. Das sagte Verwaltungschef Thomas Schulz während der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

„Die Kapazitäten für die Unterbringung im privaten Bereich sind erschöpft“, erklärte er. Händeringend suche der Landkreis daher nach zusätzlichen Unterkünften in den Kommunen.

Einen Standort will die Samtgemeinde der Kreisverwaltung jetzt anbieten: das Haus am Tannrähmsweg 3 in Suderburg, das der Samtgemeinde schon seit mehr als 20 Jahren der Unterbringung von Asylbewerbern und Obdachlosen dient. Dort stehen drei Wohnungen zur Verfügung, in denen zurzeit aber nur ein Asylbewerber lebt. Auf einstimmige Empfehlung des Bauausschusses soll die Immobilie an den Landkreis vermietet werden. Einen Kauf lehnt dieser dagegen ab.

In dem Haus stehen 223,5 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Als monatliche Miete stelle der Landkreis 3,50 bis 4 Euro pro Quadratmeter in Aussicht, berichtete Baufachbereichsleiter Rüdiger Lilje. Daraus würde sich ein monatlicher Mietbetrag von 782,25 bis 894 Euro ergeben. Allerdings müsse das Gebäude zuvor renoviert werden. Bei einer Ortsbegehung seien Sanierungskosten von etwa 10 500 Euro ermittelt worden, die die Samtgemeinde zahlen müsse, die sich aber nach einem Jahr amortisiert hätten, so Lilje.

Die Unterhaltung des Gebäudes und die Beseitigung möglicher Schäden, die von den Bewohnern verursacht würden, übernehme hingegen der Landkreis. Wie viele Menschen in dem Gebäude untergebracht werden sollen, wisse er nicht. Das müsse der Landkreis entscheiden, sagte Lilje.

Manfred Mikulla (SPD) sprach sich dafür aus, den Mietvertrag möglichst für zwei Jahre, mindestens aber für ein Jahr abzuschließen. „Je länger desto besser für uns“, meinte er. Udo Depner (CDU) plädierte für einen Quadratmeter-Mietpreis von vier Euro, hielt aber die kalkulierten Sanierungskosten für zu niedrig.

Im Landkreis Uelzen sind laut Thomas Schulz in diesem Jahr 80 bis 100 zusätzliche Asylbewerber pro Samtgemeinde zu erwarten. „Wir werden in den politischen Gremien noch einmal beraten, wo es weitere Unterbringungsmöglichkeiten in der Samtgemeinde Suderburg gibt“, kündigte er an. Wichtig sei, dass die Menschen in größeren Orten Unterkunft fänden, in denen die Versorgung mit Dingen des täglichen Lebens möglich sei. Wie viele Personen kommen werden, sei zurzeit aber unbekannt. „Man weiß nicht, wo die Reise hingeht.“

Von Bernd Schossadowski

Kommentare