Dornröschenschlaf ade

Stefan Mehlhase, Philip Gieleßen, Julia Caramanos und Stephan Klooth wollen ihrem Campus neuen Schwung verleihen.

Suderburg - Von Wiebke Brütt . Bisher sieht es mit Veranstaltungen außerhalb der Hörsäle am Suderburger Campus eher mau aus. Doch das soll sich nun ändern. Denn auf ihrer jüngsten Sitzung gründeten die Vertreter des Studierendenparlamentes (StuPa) der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften gleich fünf neue Referate für den Standort Suderburg: Die Referate Kultur, Kino, Fahrrad, Raum sowie Öffentlichkeitsarbeit sollen nun Schwung in den studentischen Alltag am kleinen Campus bringen.

Stein des Anstoßes war die Installierung der zwei neuen Studiengänge „Handel und Logistik“ sowie „Soziale Arbeit“, die zum Sommersemester in Suderburg starten, erklärt Philip Gieleßen, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), auf AZ-Nachfrage. Insgesamt sind dadurch und wegen des Wechsels einiger Studierender von der Lüneburger Leuphana Universität nach Suderburg im Zuge der Umstrukturierungen im vergangenen Sommer (die AZ berichtete) über 100 Studenten zusätzlich eingeschrieben. „Wir haben nun auch wesentlich mehr Studierende vor Ort. Vorher sind die meisten gependelt, und an studentischem Leben ist in Suderburg kaum etwas passiert“, sagt Gieleßen.

Inzwischen sind auch alle 117 Zimmer im Studentenwohnheim vermietet und der Wunsch nach Freizeitmöglichkeiten vor Ort wächst. „Man muss das so sehen: Als der Campus Suderburg noch zur Leuphana gehörte, wurde von der Uni kaum etwas in die Freizeitmöglichkeiten an diesem Standort investiert“, findet AStA-Vorsitzender Stefan Mehlhase klare Worte, „wir wurden da behandelt wie der Furunkel am goldenen Elfenbeinturm der Leuphana.“

Bei der Organisation der nun in Suderburg neu eingerichteten Referate kann das StuPa auf Erfahrungen zurückgreifen, die schon an anderen Standorten der Ostfalia Hochschule gemacht wurden. Denn während die Suderburger noch im Dornröschenschlaf schlummerten, setzten Wolfenbüttel, Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter schon auf Eigeninitiative. Gieleßen: „In Suderburg gab es bisher nur ein Sportreferat. Und ab und zu haben sich einige Studenten zu Filmvorführungen getroffen.“

Fortan soll es solche Kinoabende im größeren Stil geben. Julia Caramanos, die auch schon das bestehende Sportreferat betreut, ist Referentin für das neu gegründete Referat Kino. Fürs Erste plant sie sechs Kinovorstellungen während des Sommersemesters – von April bis Juni jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat – in den Räumen des AStA am Campus Suderburg. Die Filme leiht sie sich vom Göttinger Uni-Film. „Es wird dann so sein, dass jeder für dreißig Cent pro Semester Mitglied im Kinoclub werden kann. Für jede Kinovorstellung, die er besucht, zahlt er dann nur noch einen Euro“, erklärt sie.

Michél Gerard (6. Semester, Wasser- und Bodenmanagement) plant im Kultur-Referat während des kommenden Sommersemesters am Campus Suderburg Lesungen, Vorträge, Themenabende, Konzerte und Partys. Er ist gleichzeitig zuständig für das Referat „Raum und Technik“ und damit für die Räume der Studierendenschaft am Campus sowie das Eigentum des AStA und der Fachschaften.

Stephan Klooth möchte den Studierenden mit einem Fahrrad- Referat die Möglichkeit bieten, in Eigenverantwortung und für möglichst wenig Geld ihre Fahrräder in Stand zu halten. Werkzeuge werden einmalig angeschafft. Auch eine Fahrrad-Vermietung ist geplant. „Studierende, die nicht am Standort wohnen, können sich dort gegen eine Kaution ein Fahrrad mieten, um zum Beispiel spontan nachmittags mit den Kommilitonen zum Hardausee zu radeln“, sagt Gieleßen.

Finanziert werden die Aktionen über den Semesterbeitrag, der momentan bei etwa 120 Euro liegt. Pro eingeschriebenem Studenten erhält der AStA elf Euro von den Verwaltungsgebühren.

Alle Referate sind zurzeit noch in der Aufbauphase. Interessierte können über die Homepage der Studierendenvertreter http://www.asta.ostfalia.de zu den Referenten Kontakt aufnehmen.

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