Zwangs-Exmatrikulierungen an Ostfalia Hochschule noch kein Thema

Diplomstudenten bleiben

Praktische Arbeit wie hier in im Laborder Ostfalia werden am Suderburger Campus groß geschrieben. Die Diplomstudiengänge laufen hier erst im Sommersemester 2012 aus. Foto: Ph. Schulze

Suderburg/Lüneburg. Sie sind eine aussterbende Spezies und in einigen Bundesländern sogar eine bedrohte: Diplom- und Magisterstudenten. Denn mit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge laufen die Alt-Studiengänge aus.

Eine Übergangsphase wurde den Studenten der alten Studiengänge gewährt, um ihren Abschluss zu machen. Doch ist die inzwischen an manchen Hochschulen abgelaufen. Während bundesweit zu diesem Wintersemester tausende Studenten der Diplom- und Magisterstudiengänge die Hochschulen verlassen müssen – zum Teil ohne eine Prüfung abgelegt zu haben – sind an der Ostfalia Hochschule keine Zwangsexmatrikulierungen geplant. Und auch die Suderburger Diplom-Studierenden, die noch bei der Lüneburger Leuphana Universität eingeschrieben sind, brauchen sich vorerst keine Sorgen machen.

„Wir handhaben das relativ großzügig“, erklärt Elvi Thelen, Leiterin der Abteilung Hochschulentwicklung und Prävention der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. In einer Zielvereinbarung mit dem Bildungsministerium hat sich die Hochschule verpflichtet, Diplom-Studierenden noch ein Jahr lang nach der für das Fach angesetzten Regelstudienzeit eine Prüfung zu ermöglichen. „Es kann natürlich sein, dass nicht mehr alle Vorlesungen für jeden Studiengang angeboten werden“, sagt Thelen. Denn einfach ist die Umstellung von Diplom beziehungsweise Magister auf Bachelor und Master nicht: Die Inhalte sind anders strukturiert und gewichtet. Zudem müssen unterschiedliche Leistungsnachweise erbracht werden – zwei Systeme müssen also von den Hochschulen parallel organisiert und umgesetzt werden.

Generell ist das Thema Diplomstudiengang an den vier Standorten der Ostfalia (Wolfsburg, Wolfenbüttel, Salzgitter und Suderburg) aber eher ein untergeordnetes. Nur 486 der insgesamt 10 700 Ostfalia-Studenten sind noch bei den alten Studiengängen eingeschrieben.

Die erste Umstellung von Diplom auf Bachelor erfolgte 2006, die jüngste war 2009 der Studiengang Flugzeugtechnik am Ostfalia-Standort Wolfsburg.

Einen Sonderfall in dieser Diplom-Problematik stellt der jüngste Campus der Ostfalia dar: Denn Suderburg wurde erst 2009 von der Ostfalia übernommen. Vorher war der Campus ein Außenstandort der Leuphana Universität in Suderburg. Die Studierenden, die ihre Ausbildung nach der Übernahme durch die Ostfalia in Suderburg starteten, begonnen gleich im neuen Bachelor- und Mastermodell. „Die Studenten, die vorher in Suderburg bei der Leuphana auf Diplom studiert haben, konnten sich entscheiden, ob sie zur Ostfalia und in das neue Modell wechseln wollen oder nicht“, erklärt Marion Ramünke, Pressesprecherin vom Campus Suderburg. Diese Möglichkeit nahmen aber nur wenige der jungen Leute war. Der Großteil lernte weiter als Leuphana-Student am Campus der Ostfalia. Doch auch diese jetzt noch rund 70 Studenten müssen derzeit keine Angst davor haben, vor ihrem Abschluss aus der Hochschule hinausgeschmissen zu werden. „Die Diplomstudiengänge in Suderburg laufen mit dem Sommersemester 2012 aus“, stellt Leuphana-Pressesprecher Henning Zühlsdorff klar. „Es gibt da also heute keine Probleme und wir denken, dass es alle bis dahin zum Abschluss schaffen werden.“

In Suderburg wird derweil am kommenden Montag, 19. September, die nächste Generation Bachelor-Studenten der Ostfalia begrüßt. 250 junge Frauen und Männer werden ihre Ausbildung an den beiden Fakultäten „Bau-Wasser-Boden“ und „Handel und Soziale Arbeit“ aufnehmen.

Von Wiebke Brütt

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