Bohlsener Mühle erweitert Getreide-Silo

Dinkel-Wärme für frische Brötchen

Mit einem Bohrer wurden für das Fundment des neuen Silos 20 Löcher gebohrt, die jeweils zehn Meter tief sind. Fotos: Privat

Bohlsen. Mit einem gewaltigen Bohrer, der sich zehn Meter tief in die Erde windet, wurden 20 Löcher gebohrt. Dann folgt ein Metallgerüst und anschließend der Beton. Alles zusammen bildet das Fundament für das neue Getreidesilo der Bohlsener Mühle.

Kurz nach Beginn der Bauarbeiten zur Erweiterung der Produktions- und Lagerkapazitäten an der Bundesstraße 71 startet die Bohlsener Mühle ein weiteres Ausbau-Projekt: Das Getreidesilo soll seine Kapazität verdoppeln. Der Grund für die Erweiterung ist die steigende Nachfrage nach ökologischen Getreideprodukten. Notwendig sind die tiefen Bohrungen aufgrund der Bodenbeschaffenheit rund um das alte Mühlengebäude.

Das Projekt beinhaltet auch eine umfassende Modernisierung der Reinigungs- und Entstaubungstechnik, die dadurch umweltfreundlicher und leiser wird. Im Gegensatz zum Neubau der Halle auf dem neuen Gelände der Bohlsener Mühle fing die Arbeit nicht mit dem traditionellen ersten Spatenstich an, sondern mit einem massiven Bohrer, der einen Betonpfahl als Basis für das neue Silo in den Boden fräst.

Der Clou ist die parallel entstehende Pelletierungsanlage für Dinkelspelzen. Orientiert an den bekannten Holzpellets will Volker Krause seine Dinkelspelzen energetisch und ökologisch nachhaltig verwenden, anstatt sie nicht nutzbringend zu entsorgen.

Die Spelzen sind ein Reinigungsnebenprodukt aus der Getreideverarbeitung. Sie werden vor Ort zu Pellets verpresst. Krause rechnet mit rund 1500 Tonnen Dinkel-Pellets pro Jahr, wovon er selbst nur ein Drittel braucht, um seine Backöfen zu betreiben. „Theoretisch könnte man mit der verbleibenden Menge das ganze Dorf beheizen“, blickt Volker Krause in die Zukunft. Bis es so weit ist, werden die Pellets in Heizkraftwerken eingesetzt. Die Nutzung von derart erzeugter Wärme als Prozesswärme für moderne Backöfen ist technologisches Neuland. Bis zur Realisierung ist noch einige Entwicklungs-und Planungsarbeit zu leisten. Mit dieser ökologischen Kreislaufwirtschaft will die Bohlsener Mühle einen weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit machen und zum regionalen Klimaschutz und zur Existenzsicherung der Mühle beitragen.

Von Jörn Nolting

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