„Der Eindruck war kein schlechter“: Auftakt der Bewertungskommission im Landkreis Uelzen

Bohlsen unter der Lupe

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Das halbe Dorf war auf den Beinen: Die Mitglieder der Bewertungskommission nahmen sich Eindrücke per Fotoapparat mit auf den Weg – über die sie sich auf der Fahrt nach Ostervesede gleich austauschten.

Bohlsen. „Ich habe gelernt, dass bald kein Schwein mehr in Bohlsen wohnt“, verabschiedete sich gestern Ralf Gebken.

Der Mitarbeiter des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung gehört zur Bewertungskommission des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“. Seine Abschlussbemerkung bezieht sich allerdings nicht auf die Einwohner des Dorfes, sondern er spricht wortwörtlich von Schweinen. Die Tiere sollen nämlich von Ställen aus dem Ortskern in ein anderes Zuhause umgesiedelt werden. Das zumindest erläuterte Jan Wilhelm Schröder beim Rundgang durch den Ort.

Bohlsen bildete gestern den Auftakt des 24. Landeswettbewerbes. 19 Dörfer sind im Rennen – Bohlsen ist zumindest schon mal von der Reihenfolge her die Nummer eins. Mit erheblicher Verspätung machte sich die Bewertungskommission auf den Weg. Der Grund war nicht nur der Unfall auf der Bundesstraße 4. „Wir sind in Hannover später als geplant losgekommen“, schildert Wiebke Abeling vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund. Die neunköpfige Landesbewertungskommission wird noch bis zum 27. September unterwegs sein. „Es ist schwierig für uns, die so unterschiedlichen Orte zu bewerten“, findet Abeling. Schon im Bus auf der Weiterfahrt nach Ostervesede sprechen die Bewertungsrichter über ihre Eindrücke. „Es zählt längst nicht mehr die Optik, sondern das Leitbild des Ortes“, erklärt Abeling.

90 Minuten hatten die Bohlsener Zeit, sich von ihrer schönsten Seite zu präsentieren. Und sie machten es routiniert. Angefangen mit Dorfsprecher Jörg Golze über Bürgermeister Otto Schröder bis hin zum Männergesangverein. Alles verlief ohne Panne, denn schließlich sind die Bohlser schon einiges gewohnt. Erst vor Kurzem war die Jury des Regionalentscheids vor Ort und vor wenigen Wochen fand der Gerdautaler Bauernmarkt am Speicher statt. Passend zum gestrigen Besuch ließ sich auch die Sonne nicht lumpen und strahlte fröhlich vom Himmel. „Schöner kann es nicht sein“, fand die Bohlserin Rita Lange, nachdem die Jury sich auf die Weiterfahrt gemacht hat, „wir haben uns alle etwas rausgeputzt. Mal sehen, wie es ausgeht, aber wir nehmen es, wie es kommt.“

Am Ende des Landesentscheides werden die zwei Dörfer feststehen, die aufgrund ihrer besonderen Leistungen am Bundeswettbewerb teilnehmen. „Der Eindruck hier war kein schlechter, ob es reicht, wird man sehen“, beendete Gebken die Besichtigungstour. „Die Mühle ist ein starker Partner an ihrer Seite. Für sich haben sie ohnehin schon mal gewonnen.“ Das Ergebnis wird am Freitag, 28. September, bekannt gegeben.Vielleicht wird Bohlsen jubeln. Eine zentrale Abschlussfeier findet am 29. November mit Landwirtschaftsminister Gert Lindemann statt.

Von Jörn Nolting

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