Straßenbau und Eigenständigkeit sind Themen bei Rechnungstag der Gemeinde Suderburg

„Bittere Medizin“ statt Giftliste

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Investitionen im Straßenbau trotz Sparzwang: Der Abschluss des umfangreichen Ausbaus der Suderburger Hauptstraße wird im Sommer erwartet.

Suderburg. Seit 2011 hat es viele Gespräche mit dem Land Niedersachsen gegeben. Gespräche, die oft in Sackgassen endeten, oft aber auch zu Haushaltsverbesserungen führten und Schulden abbauten. Diese gewisse Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Aus dem Bedarfszuweisungsfond des Landes erhielt die Samtgemeinde Suderburg wegen einer außergewöhnlichen Lage zur Restentschuldung einen Betrag von 2,2 Millionen Euro überwiesen.

„Diesen gangbaren Weg zur Entschuldung hat uns Innenminister Boris Pistorius aufgezeigt. Einen Weg, den wir gern gegangen sind“, blickte Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz auf die vergangenen Monate zurück.

Hans-Hermann Hoff

Er dankte auf dem Rechnungstag der Gemeinde Suderburg allen Ratsmitgliedern für die gemeinsame Haltung und dem denkwürdigen 30. September, an dem man einstimmig während einer Ratssitzung die Entschuldungshilfe annahm. Mit allen anstehenden Sparkonsequenzen. „Das Schönste aber“, so Schulz, „wir konnten die Eigenständigkeit der Samtgemeinde und ihrer Mitgliedsgemeinden erhalten.“ Auf die Finanzspritze aus Hannover ging auch Bürgermeister Hans-Hermann Hoff (Grüne) ein. Mit den vorgestellten Eckdaten aus dem Haushalt 2013 gab es weiter Positives zu berichten. Zum ersten Mal seit 15 Jahren ist der Haushalt der Gemeinde Suderburg ausgeglichen.

Natürlich, Steuererhöhungen hätte man vornehmen müssen, Aufwandsentschädigungen freiwillig verringert, müsse man als Entschuldungsbeitrag innerhalb von acht Jahren rund 370 000 Euro selbst aufbringen – eine Giftliste aber gäbe es nicht. „Ich würde es eher bittere Medizin nennen, wenn es um konkrete Einsparungen geht. Aber je bitterer die Medizin, desto besser soll es dem Patienten ja gehen“, wies der Bürgermeister auf zukünftige Sparpotenziale hin.

Trotzdem habe man im vergangenen Jahr in Suderburg (Hauptstraße) und Hösseringen (Bauernstraße) Investitionen im Straßenbau tätigen können, Wege in der Ortheide wurden saniert, eine Tempo-30-Zone in Hösseringen geschaffen und der Kindergarten erneuert.

Den Abschluss des umfangreichen Ausbaus der innerörtlichen Hauptstraße erwarte man im Sommer. Für den Ausbau des Tannrähmsrings sind 190 000 Euro in den neuen Haushalt gestellt worden, für Spielplatzgeräte knapp 7000 Euro.

„Alle Investitionen werden ohne Kreditaufnahme durchgeführt. Gebaut und angeschafft wird nur, wenn Geld da ist.“ Bei allen Bürgern bedankte sich Hoff abschließend für ihr Engagement in den Vereinen oder Dorfgemeinschaften. Durch das Ehrenamt habe man viel für sich und die Allgemeinheit schaffen können.

Ob Frühjahrsputz oder Laubharken, ob Dorf- oder Straßenfeste, ob Konzerte oder Sportereignisse, stets habe man zeigen können, dass es sich lohne, in der Gemeinde Suderburg zu leben.

Von Ulrich Bleuel

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