Team „Wurstwasser“ siegt bei feuchtfröhlicher Brühtrograllye der Kreislandjugend in Bohlsen

Beim Tigersprung ist Technik alles

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Eine ausgeklügelte Technik sorgte bei manchen Teams dafür, dass sie zumindest halbwegs trocken blieben...

Bohlsen. Wer den steilen Neigungswinkel der Rampe sieht, ahnt schon: Das kann gar nicht gut gehen.

Geht es auch nicht – denn alle Teams, die am Sonnabend bei der Brühtrograllye in Bohlsen über diese Rutschbahn in die Gerdau katapultiert wurden, gingen erst einmal in den Fluten unter. Die nunmehr 48. Neuauflage dieser Kultveranstaltung der Kreislandjugend ist aber ohnehin als feucht-fröhliches Vergnügen angelegt, bei dem auch die Zuschauer immer wieder auf ihre Kosten kommen.

Ist die Rutschpartie – meist mit großem Gekreische der weiblichen Besatzung – – von der Rampe geschafft, gilt es durch den „TÜV“ zu kommen. Die beiden Landjugend-Urgesteine Thomas Müller aus Wriedel und Matthias Hinrichs aus Velgen kennen dabei kein Pardon: Wer keine Tröte oder Pfeife als Alarmsignalgeber, keine Stöcker zum Staksen in der Gerdau, keine Schöpfkelle oder gar seine „Bord-Apotheke“ nicht anständig ausgestattet hat, handelt sich sogleich Abzugspunkte ein.

Ist der „TÜV“ bestanden, warten mehrere Spiele-Stationen auf die Brühtrog-Teams, die mit je einem Männlein und Weiblein besetzt sein sollen. Wer sich als das jeweils andere Geschlecht ausgibt, erhält ebenfalls Minuspunkte auf dem Gesamt-Rallye-Konto. Die können allerdings nicht nur beim legendären „Tigersprung“ durch den Treckerreifen wieder wettgemacht werden. Denn auch beim Wasser-im-Gummistiefel-Transportieren, Faden-aus-einer-Wasserflasche-Ziehen oder dem Parcourslauf mit Schubkarre zum Spritz-Wettbewerb mit der Feuerwehr-Kübelspritze geht es ums Punktesammeln. Inzwischen klatschnass, versteht sich.

Für Zuschauer und „TÜV“-Arbeiter ist es ein diebisches Vergnügen, wenn die Tröge in die Gerdau sausen, die Teams gegen ständig einlaufendes Wasser kämpfen, ihrer gekenterten „Bord-Apotheke“ hinterher hechten müssen oder sich ganze Tröge selbstständig machen und langsam über die Gerdau von dannen treiben. Aber auch das gibt es: gut aufeinander eingestellte Teams, die sich in ausgefeilter Technik beinahe elegant durch den „Tigersprung“-Treckerreifen schlängeln oder mit ihrer Bestzeit an der Kübelspritze sofort in jeder Freiwilligen Feuerwehr mit Kusshand aufgenommen werden würden.

„Es ist schön, dass es wieder mehr Teams geworden sind“, freut sich Thomas Müller, der einst in der Landjugend Wriedel aktiv war, die sich inzwischen mangels Mitgliedern aufgelöst hat. Früher habe man bis zu 85 Teams am Start gehabt, vor fünf, sechs Jahren waren es mal nur noch fünf.

„Die Landjugenden sind wieder ein bisschen im Aufwind“, sagt auch Luisa Hasse aus Nateln, die das Spektakel in Bohlsen mitorganisiert. „Manche Familien stellen schon seit Generationen Teams für die Rallye, da geben die Eltern ihren Kindern dann schon Tipps, wie sie am besten durchkommen“, schmunzelt sie. Am besten hat sich in diesem Jahr das Team „Wurstwasser“ mit Wiebke Mennerich und Christoph Berg geschlagen. Gleich darauf folgten „Die Glücksbärchis“ mit Anja Fehlhaber und Patrick Hentschke und „Die Kuhfladen“ mit Mareike Sidor und Sven-Niklas von Scheve.

Von Ines Bräutigam

Feuchtfröhliche Brühtrograllye der Kreislandjugend in Bohlsen

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