Angst vor Gestank

Die Bürgerinitiative „Pro Suderburg“ will verhindern, dass vor den Toren von Suderburg an der Kreisstraße 9 eine Biogasanlage ähnlich wie diese gebaut wird.

Suderburg - Von Jörn Nolting. Von einer „massiven Empörung“ spricht der Suderburger Borvin Wulf. Diese Empörung wird hervorgerufen von der geplanten Biogasanlage am Ortseingang von Suderburg (die AZ berichtete). Ein Bauantrag liegt bisher noch nicht vor, doch gab es wochenlange Gespräche mit dem Landkreis und der Gemeinde seitens der Betreiber. Einer von ihnen ist der Suderburger Landwirt und CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer.

„Uns ist bisher kein besserer Standort vorgeschlagen worden“, sagt Hillmer, der gemeinsam mit einem Landwirt aus Stadensen die Anlage betreiben will. Auch für die beiden Landwirte ist der Standort an der Kreisstraße 9 „nicht ideal“. Das befestigte Grundstück wird eine Größe von 4,65 Hektar haben und die Anlage soll eine Leistung von 490 Kilowatt erbringen. „Für eine Anlage in dieser Größenordnung ist entsprechend den Anforderungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes keine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen“, lautet es im Schreiben der Bürgerinitiative (BI) Pro Suderburg, die jetzt neu gegründet wurde. Sprecher der Initiative sind Borvin Wulf und Brigitte Urban. Ihr Ziel: Sie wollen erreichen, dass die Betreiber Abstand von dem Projekt nehmen. Die Mitglieder der BI befürchten eine erhebliche Beeinträchtigung des Ortsbildes und den Verlust von Wohn- und Lebensqualität. Ebenfalls befürchtet wird eine erhebliche Geruchsbelästigung. Abnehmer soll nach Erkenntnis der BI-Sprecher die Konservenfabrik Valenzi sein. Auf dem Gelände der Firma könnte dann ein Blockheizkraftwerk entstehen. „Valenzi ist eine Möglichkeit“, sagt Jörg Hillmer und schildert das weitere Vorgehen: „Der Bauantrag wird Ende November, Anfang Dezember gestellt.“ Fünf Standorte standen ursprünglich in der Diskussion. Die Gemeinde wurde seitens der Betreiber frühzeitig eingebunden. Am Ende lief alles auf den Standort an der K 9 hinaus. „Die Standortwahl ist nicht willkürlich, und für uns ist es auch nicht der ideale Standort“, sagt Hillmer. Was die Geruchsbelästigung angeht, so sieht Hillmer künftig keine schwerwiegenden Veränderungen. „Silage gab es immer auf den Feldern, und die Fermenter, in denen das Gas entsteht, sind abgedeckt.“

Schlägt die Bürgerinitiative ihm einen neuen alternativen Standort vor, so wäre Hillmer ganz Ohr. Doch die BI baut darauf, dass die beiden Betreiber ihre Pläne komplett verwerfen und hat bereits einen zweiten – noch geheimen – Schritt geplant, falls die Gespräche keine Erfolge zeigen. „Wir wollen den Betreibern jetzt die Gelegenheit geben, nachdenklich zu werden und ihre Pläne zu überdenken“, sagt Borvin Wulf.

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