Politiker diskutieren am 4. August über Radler-Schutzstreifen und Tempo 30 in der Nacht

Suderburg: Alle blicken auf die Ortsdurchfahrt

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Noch immer nutzen viele Radler in Suderburg nicht die Straße, sondern den Gehweg, weil sie sich dort sicherer fühlen.

Suderburg. Jetzt wird es ernst. Nach dem Ende der politischen Sommerpause beschäftigen sich die Politiker der Gemeinde Suderburg mit zwei Anträgen, die für mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm auf der Suderburger Ortsdurchfahrt sorgen sollen.

Am Donnerstag, 4. August, geht es im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss (VA) um den Vorstoß der Grünen, einen Schutzstreifen für Radfahrer auf der Bahnhofstraße, der Kreisstraße 9, anzulegen. Zudem erörtert der VA einen Antrag der CDU-Fraktion. Sie fordert, dass zwischen 22 und 6 Uhr auf der Ortsdurchfahrt Tempo 30 eingeführt wird.

„Wir wollen die Anträge noch möglichst in dieser Wahlperiode verabschieden“, erklärt Gemeindebürgermeister Hans-Hermann Hoff (Grüne). Der geforderte Schutzstreifen auf der Bahnhofstraße – eine weiße unterbrochene Linie – soll das Fahren für Radler sicherer machen. Noch lieber hätten es viele Suderburger aber, wenn sie wieder auf dem Gehweg radeln dürften. Doch die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass Radfahrer auf die Straße gehören (AZ berichtete).

Trotzdem gibt es immer mehr Befürworter für eine Freigabe des Gehwegs für Radfahrer. So fordert der UWG-Kreistagsabgeordnete Alfred Meyer aus Räber jetzt, dass der Landkreis Uelzen die Benutzungspflicht der Kreisstraße 9 für Radfahrer kurzfristig zum Schulbeginn Anfang August aufhebt. Einen entsprechenden Antrag hat Meyer ans Straßenverkehrsamt geschickt.

Die K 9 diene bei Sperrungen der B 4 als Umleitungsstrecke für Lastwagen, erklärt der UWG-Politiker. Außerdem seien dort viele Schüler und Ostfalia-Studenten unterwegs. „Selbst gesetzliche Vorgaben oder höchstrichterliche Entscheidungen lassen in bestimmten verkehrsmäßigen Gefahren-Situationen Ausnahmen zu“, sagt Meyer. „Diese Gefahren-Situation in der Praxis vor Ort ist mit der K 9 in der Ortsdurchfahrt von Suderburg gegeben.“

Weniger um Radfahrer, sondern um die Lärmbelastung geht es im Antrag der CDU. „Gerade nachts fahren unzählige Lkw, von Eimke kommend, mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Ort“, beklagt Fraktionschef Udo Depner. Die Anwohner würden „tagsüber und insbesondere nachts in unzumutbarer Weise gestört“. Daher fordert er eine Beschränkung auf 30 km/h zwischen 22 bis 6 Uhr.

Doch mit diesem Antrag hinke die CDU „etwas hinterher“, meint Birgit Pichan im Namen des Vorstands des SPD-Ortsvereins Suderburger Land. Schon Anfang dieses Jahres habe ihre Partei den nächtlichen Lärm durch Lkws auf der Bahnhofstraße beklagt und deshalb beim Landkreis einen Antrag auf Tempo 30 gestellt. Allerdings habe das Straßenverkehrsamt das mit Verweis auf die zu geringe Anzahl der durchfahrenden Lastwagen abgelehnt, berichtet Pichan. „Eine Tempo-30-Zone wird es in der Bahnhofstraße in Suderburg also nicht geben“, betont sie. Die SPD habe darüber bereits auf ihrer Homepage am 2. Januar und auf einer öffentlichen Versammlung am 25. Mai informiert.

Von Bernd Schossadowski

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