Nach Bau-Zoff: Hausbesitzer und Helfer werden nicht bestraft

Zweifacher Freispruch

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Uelzen. Im Zweifel für die Angeklagten, hieß es gestern vor dem Amtsgericht Uelzen für zwei 44 Jahre und 24 Jahre alte Männer.

Ihnen wurde, wie berichtet, vorgeworfen, einen 47-jährigen Maurer aus Suderburg nicht nur räuberisch erpresst, sondern auch durch Schläge schwer verletzt zu haben. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Rainer Thomsen sprach die beiden Männer frei. Die Lüneburger Staatsanwaltschaft hatte für beide zuvor jeweils zehn Monate Haft auf Bewährung gefordert, denn die Angeklagten hätten den Suderburger „wie eine Art Rollkommando“ überfallen.

An zwei Verhandlungstagen versuchte das Gericht Licht ins Dunkel des komplexen Sachverhalts zu bringen, in dem sich die beiden Angeklagten und der Kläger gegenseitig beschuldigt hatten, die Eskalation herbeigeführt und den jeweils anderen beschimpft und bedroht zu haben. Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Sanierung eines Hauses in Wittenberg, die der Suderburger im Auftrag des 44-jährigen Hamburger Bauherrn durchführen sollte. Es kam allerdings zu Streitigkeiten über Geldzahlungen, woraufhin der Maurer die Arbeit niedergelegt hatte.

Der Bauherr und sein 24-jähriger Bekannter hatten daraufhin den Suderburger am späten Abend des 2. September 2011 zu Hause aufgesucht. Nur um zu reden und Schadenersatz zu fordern, heißt es seitens der Angeklagten, der andere habe mit der Schlägerei angefangen. Dieser wiederum kann sich nur bruchstückhaft an die Geschehnisse erinnern, wie er vor Gericht sagte, und auch die teils widersprüchlichen Aussagen seiner Ehefrau und Tochter trugen nicht wesentlich zur Aufklärung des Vorfalls bei.

„Das alles reicht für eine Verurteilung nicht aus“, resümierte der Vorsitzende Richter Thomsen schließlich. Die schweren Verletzungen des Klägers – Kopfprellungen und Zahnfrakturen – könnten letztlich auch durch dessen Sturz während der Handgreiflichkeiten verursacht worden sein.

Von Ines Bräutigam

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