Boom dank Kartoffeln / 80 neue Arbeitsplätze

Zwei Unternehmen investieren Millionen in Uelzen

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2015 trugen Niedersachsens Bauern 4,9 Millionen Tonnen zur bundesweiten Kartoffelernte von 9,9 Millionen Tonnen bei. Jetzt kommen zwei Firmen nach Uelzen, die auf die Knolle setzen.

Uelzen. Im Uelzener Gewerbegebiet „Ludwig-Erhard-Straße“ zeichnen sich erste Gewerbeansiedlungen ab. Kurz gesagt handelt es sich um einen „Boom dank Kartoffeln“.

Bürgermeister Jürgen Markwardt teilte auf einer Pressekonferenz der Stadt gestern mit, dass sowohl die Palandt Agrartec GmbH als auch die Terranius Kirchweyhe GmbH in dem neuen Gewerbegebiet investieren wollen. Der Verwaltungsausschuss habe in seiner jüngsten Sitzung die Ansiedlung von Palandt empfohlen, Terranius ist bereits Eigentümerin des ehemaligen Krings-Gebäudes und will eine Fläche von knapp 20 000 Quadratmetern dazu kaufen.

Hinter Terranius steckt die Heilmann-Gruppe, die in der Uelzener Nordallee bereits einen Appackbetrieb für Kartoffeln betreibt. Da die dortigen Kapazitäten erschöpft seien, entstünden an der Ludwig-Erhard-Straße zunächst zwei Kühllager mit einer Kapazität von 20 000 Tonnen, so die Auskunft von Heilmann. Weitere Ausbaustufen scheinen geplant. Die Stadt verwies hierzu insbesondere auf die Planung eines kartoffelverarbeitenden Betriebes, der Convenience-Produkte herstellen würde.

Seitens des Unternehmens gab es hierzu gestern kaum konkrete Informationen. Das Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro und die Schaffung von 70 Arbeitsplätzen wurden aber nicht dementiert. Über die Art der 70 Arbeitsplätze hieß es, dass es im wesentlichen solche in der Produktion würden, voraussichtlich im Schichtbetrieb. Auch Stellen für Maschinenführer und in der Verwaltung seien möglich.

Konkreter wurde Matthias Palandt, Geschäftsführer von Palandt Agrartec. Er beabsichtige, ein Kompetenzzentrum für den Verkauf und die Reparatur von Ropa Landmaschinen zu errichten. Gekauft werde hierzu eine Fläche von 7100 Quadratmetern, auf der Maschinen für die Kartoffel- und Rübenernte von zunächst fünf, später zehn Mitarbeitern verkauft und repariert werden sollen. „Wir schaffen Stellen in der Geschäftsführung, im Verkauf und für Landgerätemechaniker“, sagte Palandt. Teilweise gebe es das Personal bereits, teilweise werde es noch gesucht.

Uelzen wähle er als Unternehmensstandort nicht ohne Grund, so Palandt: „Uelzen ist mit 70 000 Hektar Fläche ein sehr großes Anbaugebiet für Kartoffeln, aber auch für Rüben. Über den Kreisel und die B 4 haben wir zudem eine sehr gute Anbindung an das Uelzener Nordzucker-Werk.“ Palandt, der im Raum Hildesheim zwei weitere Agrarfirmen mit 38 Mitarbeitern betreibt, verwies auch darauf, dass in Niedersachsen knapp die Hälfte aller Kartoffeln in Deutschland geerntet werde.

Abschließend berät der Rat der Stadt Uelzen kommenden Montag über beide Projekte.

Von Steffen Kahl

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