Unternehmen hat Leerrohrnetz entworfen / An Kostenkalkulation wird gearbeitet

Zwei Ringe für Datenfluss

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Zu sogenannten Pop-Verteilern führen Glasfaserkabel hin und auch wieder weg. Durch Verstärker und Computertechnik wird der weitere Datenfluss gewährleistet.

Uelzen. Für eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet hat die vom Landkreis beauftragte Firma „BIB Tech“ in den vergangenen Wochen ein Leerrohrnetz für Glasfaserkabel entworfen.

Wie der Direktor des Unternehmens, Dr. Hans-Peter Schöne, auf AZ-Anfrage erklärt, seien seine Mitarbeiter zu dem Ergebnis gekommen, das Netz aus zwei Versorgungsringen zu bilden. Als Grund dafür nennt Schöne den Elbe-Seitenkanal, der durch den Landkreis führe. Nur mit einem hohen technischen Aufwand könnte das Glasfaserkabel unter oder über das Wasser verlegt werden.

Das Leerrohrnetz sieht zudem 16 sogenannte Pop-Verteiler (Point of present) vor. Dabei handelt es sich um Verbundsknotenpunkte, zu denen Glasfaserkabel hin- und wieder wegführen und an denen mit Hilfe von Computertechnik der Datenfluss weiter gewährleistet wird. Zusammengeführt werden die Kabel üblicherweise in drei mal fünf Meter großen Containerbauten. „Bei den Besichtigungstouren im Landkreis wurden bereits dafür geeignete Flächen besucht und die Eigentumsverhältnisse betrachtet“, so der Direktor. Das Installieren solcher Verteiler im Landkreis Uelzen, so die Einschätzung von Schöne, sei größtenteils unproblematisch. Lediglich in der Stadt Uelzen werde für einen Knotenpunkt noch der geeignete Platz gesucht.

Den Entwurf für das Leerrohrnetz hat „BiB Tech“ bereits der Landkreisverwaltung und auch am vergangenen Mittwoch der Projektgruppe Breitband vorgestellt. Die Arbeitsgemeinschaft besteht aus Bürgermeistern und Mitarbeitern der Bauämter aus der Stadt Uelzen, der Einheitsgemeinde Bienenbüttel sowie den Samtgemeinden und habe die Aufgabe, die Einführung einer flächendeckenden Breitbandversorgung zu begleiten, wie Marlis Kämpfer, Leiterin der Wirtschaftsförderung „Uelzen aktiv“ erläutert. Anfang Mai wolle dann das beauftragte Unternehmen der Kreispolitik den Entwurf und auch eine Kostenkalkulation vorstellen, damit dann über die Umsetzung beraten werden könne, so Kämpfer weiter.

An der Kostenkalkulation werde gegenwärtig schon gearbeitet, sagt Hans-Peter Schöne. Bei den Berechnungen und dem dabei zu erstellenden Businessplan sei zu berücksichtigen, dass der Landkreis selbst nur den Bau des Netzes gewährleisten, später aber nicht für den Betrieb und Service zuständig sein wolle. Bei BIB Tech werde gegenwärtig jedoch nicht nur gerechnet.

Der Direktor des Unternehmens spricht von zahlreichen parallel laufenden Arbeitsschritten, zu denen auch schon die Auschreibung für ein Telekommunikationsunternehmen gehöre. Es nutze nichts, ein Netz zu planen, zu beschließen und zu bauen, wenn sich dann niemand als Betreiber finde, erklärt Schöne.

Von Norman Reuter

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