Altes Rathaus, Stadtwerke, A 39: Karsten Jäkel und Jürgen Markwardt kündigen mehr Transparenz an

Zwei Konkurrenten auf einer Linie

Stehen am 25. Mai bei der Bürgermeister-Wahl auf der Liste: CDU-Ratsherr Karsten Jäkel (links) und Erster Stadtrat Jürgen Markwardt (parteilos), der von der SPD unterstützt wird. Sie sollten in eine große Koalition gehen, schlug das Publikum im Stadtcafé vor. Foto: dib

Uelzen. Der 3,2 Millionen Euro teure Umbau des Alten Rathauses hat bei einer Diskussionsrunde mit den Bürgermeister-Kandidaten Karsten Jäkel und Jürgen Markwardt auf Initiative von WIR für Uelzen am Freitagabend im Uelzener Stadtcafé großen Raum eingenommen.

Das Beispiel habe gezeigt, dass die Verwaltung politische Entscheidungsträger zu wenig einbinde, sagte einer der 30 Zuhörer, Hartmut Hilmer.

„Ich könnte mir vorstellen, dass die Verwaltung künftig stärker auf Klausurtagungen berichtet“, sagte Jäkel (CDU). „Und der Dialog mit den Bürgern ist mir wichtig, daher müssen Bürger mehr beteiligt werden.“ Ähnlich formulierte es sein parteiloser Konkurrent Jürgen Markwardt, der von der Uelzener SPD unterstützt wird. „Die Beteiligung der Bürger muss früher einsetzen. Wir müssen uns nur darüber unterhalten, wie wir das hinkriegen.“ Daraufhin schlug Zuschauer Christian Marschall vor, einen Bürgerbrief wieder einzuführen, in dem die Meinung der Uelzener zu bestimmten Themen erfragt werde.

Wo die Gäste der Kreisvolkshochschule (KVHS) im Alten Rathaus künftig parken können? „Wir haben keine Parkplatznot in der Stadt“, sagte Jäkel und wies auf vorhandene Stellflächen hin. Markwardt erklärte: „Die Frage habe ich mir selbst gestellt. Ich glaube, das wird ein Thema, über das wir in Zukunft noch zu sprechen haben.“ Aber: „Wir haben tatsächlich objektiv keine Parkplatzprobleme in der Stadt, auch wenn ich weiß, dass es subjektiv anders empfunden wird.“

Auch zum defizitären Ukraine-Geschäft der Stadtwerke Uelzen nahmen die beiden Stellung: „Das ist ärgerlich und wir müssen das abarbeiten“, sagte Markwardt – und erhielt prompt eine Reaktion aus dem Publikum: „Das ist nicht ärgerlich, das ist eine Katastrophe.“ Das bestätigte Jäkel: „Es ist ohne Zweifel ein schlechtes Geschäft. Dieses war ein Fehler, und wir müssen aufpassen, dass uns das nicht wieder passiert.“ Wie sie solch ein „Desaster“ künftig vermeiden wollen, führten beide trotz Nachfrage nicht näher aus. „Indem wir einfach noch besser planen“, antwortete Markwardt.

In der Diskussion um die Schließung der Grundschulen kündigte Jäkel an, er wolle die „kleinen“ Standorte erhalten: „Akut gibt es keine Schulschließungspläne.“ Markwardt erläuterte mit Hinweis auf das noch offene Ergebnis der zuständigen Arbeitsgruppe: „Wir werden uns dem Wandel nicht verschließen können.“ Beide wollen sich vor allem für Ganztagsschulen einsetzen. „Ich habe das Gefühl, wenn ich den heutigen Abend betrachte, dass die Herren in eine große Koalition gehen sollten“, sagte Zuhörer Stefan Rasche und wollte wissen, wie sie denn zur A 39 stehen. Auch da waren sich die Zwei einig: „Ich persönlich stehe für den Bau der A 39. Ich bin überzeugt, dass er uns weiterbringen wird“, so Jäkel. Sein Widersacher: „Auch von mir gibt es ein ganz klares Bekenntnis zur A39.“

Von Diane Baatani

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