Diebstahl einer Bohrmaschine – ein 49-Jähriger vor Gericht

Zwei Brüche und eine Anklage

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Vor dem Amtsgericht Uelzen musste sich gestern ein 49-Jähriger wegen räuberischen Diebstahls verantworten.

Uelzen. Der Diebstahl einer Bohrmaschine im Wert von 13,49 Euro hat wohl das Leben eines 49-jährigen Uelzeners komplett verändert: Der wegen räuberischen Diebstahls angeklagte Harald T.

(Name geändert) steht ohnehin seit 2008 unter Bewährung und rechnet nun mit einer weiteren Auflage. Zudem hat er sich bei der Festnahme wenige Minuten nach der Tat derart verletzt, dass ihm an der gebrochenen Hand und am Miniskus Metallteile eingesetzt wurden, außerdem erlitt er einen Bänderriss. Seinen erlernten Beruf als Maurer kann er künftig nicht mehr ausüben, erklärte der Angeklagte sichtlich aufgebracht gestern vor dem Uelzener Schöffengericht.

Zum Tathergang: Harald T. besuchte laut Anklage am 6. Oktober einen Uelzener Baumarkt, nahm eine Bohrmaschine im Wert von 13,49 Euro aus dem Sortiment, steckte sie sich in die Jackentasche und ließ sich anschließend zwei Platten zurechtsägen. An der Kasse bezahlte er die großen Platten, den Bohrer behielt er unbezahlt in der Tasche, und verließ das Geschäft.

Nach eigener Version steckte er das Gerät ein, da er keinen Einkaufswagen bei sich hatte und die Hände für die Platten frei haben wollte. An der Kasse nahm er den Bohrer aus Angst vor dem Privatdetektiven nicht heraus, schilderte der Hartz-IV-Empfänger, der bereits zwei Bewährungsstrafen erhalten hat. „Ich hatte Panik und wollte nur weg, weil ich ja wusste, was bei mir auf dem Spiel steht.“

Als er draußen vor dem Baumarkt vom Detektiv aufgehalten wird, versucht er zu fliehen. Er wird in eine Ecke gedrängt und befreit sich daraus, stürzt, steht wieder auf. Dann läuft er Richtung Parkplatz, erneut reißt ihn der Privatdetektiv von hinten zu Boden und hält ihn solange fest, bis die alarmierten Polizeibeamten kommen und den 49-Jährigen festnehmen. Laut Anklage hat er sich gewaltsam zur Wehr gesetzt, als der Privatdetektiv des Geschäfts ihn festhalten wollte.

Eine weitere Zeugin, die den Vorfall beobachtet hat, betonte in ihrer Vernehmung, wie „gewaltsam und heftig“ der Dieb zu Boden gezerrt worden sei. Das Geräusch der Brüche in Kniegelenk und Finger sei unüberhörbar gewesen. Der Angeklagte habe sich zuvor „durch körperliches Gerangel immer wieder versucht loszureißen“.

Der Privatdetektiv war zur Verhandlung nicht erschienen, ein weiterer Termin wurde für den 29. Februar fortgesetzt.

Von Diane Baatani

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