Zurück auf die Straße

Abenteuer Radweg: Wie hier an der Gartenstraße kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. Denn der Fahrer des rechten Wagens muss auf Radler und Fußgänger aus beiden Richtungen achten – und auf den Fahrzeugverkehr.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Die Gefahrenstellen reihen sich von der Post bis zum Sternplatz wie an einer Perlenkette aneinander: Nirgends müssen Radler in Uelzen so auf der Hut sein wie auf der Bahnhofstraße und Sternstraße. Seit Jahrzehnten ist dieser neuralgische Abschnitt ein Thema, ebenso lange verneinte die Stadtverwaltung Alternativen zur derzeitigen Verkehrsführung. Doch jetzt kommt überraschend Bewegung in die festgefahrene Situation: Gemeinsam wollen Stadt und Polizei ein neues Konzept umsetzen – neue Zuständigkeiten in der Verwaltung machen es möglich.

Wer auf der Bahnhofstraße mit dem Rad stadtauswärts fährt, für den wird es das erste Mal bei der Kreuzung Ringstraße brisant. Hier soll man zunächst die viel befahrene Ringstraße überqueren und dann unmittelbar vor einem Zebrastreifen nach links quer über die Bahnhofstraße auf den Radweg vor der Post schwenken – so sieht es zumindest die Fahrbahnmarkierung vor. Auf dem Radweg links der Bahnhofstraße wird es dann im Abstand von 50 Metern immer wieder gefährlich.

Radler aus beiden Richtungen, das überfordert die Autofahrer, die aus der Garten- oder Luisenstraße auf die Bahnhofstraße biegen wollen und davor den Radweg überqueren müssen. Danach kommen zwei enge Bahnunterführungen mit Radlern im Gegenverkehr, dazwischen die Fußgänger. Und hinauf zum Sternplatz teilen sich Radler in beide Richtungen und Fußgänger dann einen ganz engen Bürgersteig.

„Diese Verkehrsführung liegt uns seit Jahren schwer im Magen“, sagt Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte der hiesigen Polizei. Jetzt hat die Stadt einen Vorschlag aufgegriffen, der seitens der Polizei schon seit Jahren auf dem Tisch liegt: Stadtauswärts sollen die Radler künftig wieder direkt auf der Straße fahren und nicht mehr den Radweg nutzen. „Nach heutigem Erkenntnisstand will man bei Konstellationen wie auf der Bahnhofstraße und der Sternstraße die Radfahrer nicht mehr vom Kraftfahrzeugverkehr trennen“, erklärt Dobslaw. Das sei sicherer als die Nutzung eines engen Radweges gemeinsam mit Fußgängern. Ab der Einmündung Rahlande soll dann eine Furt auf der Fahrbahn markiert werden, die die Radler bis zum Kreisel am Stern nutzen können.

Änderungen sind auch stadteinwärts geplant. „Wir wollen einen Abschnitt zwischen Sternplatz und Bahnhof anders beschildern“, erklärt Baudezernent Karsten Scheele-Krogull. Derzeit weisen da blaue runde Schilder einen kombinierten Fuß- und Radweg aus.

Künftig soll auf dem blauen Schild nur noch das Fußgängersymbol stehen, darunter der Vermerk „Radfahrer frei“. „Dann sind Radler nicht verpflichtet, den Bürgersteig zu nutzen, sondern dürfen, wenn sie wollen, auch auf der Straße fahren“, erklärt Scheele-Krogull.

Umgesetzt werden soll die neue Verkehrsführung noch im September, sobald die Stellungnahmen von Sternschule und Lucas-Backmeister-Schule eingegangen sind.

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