Zurück zu 13 Schuljahren

Plakative Forderungen: Die Initiative bezog Position in der Uelzener Fußgängerzone.

Uelzen/Bad Bevensen - Von Jürgen Köhler-Götze. Viel reden mussten die Unterschriftensammler für das Volksbegehren für gute Schulen auf dem Uelzener Wochenmarkt und in Bad Bevensen am Wochenende. „Viele Leute verwechseln uns mit dieser Hamburger Initiative“, weiß Andrea Hesse, Pressesprecherin der Initiative. Dabei will man doch so ziemlich das Gegenteil dessen erreichen, was in Hamburger Volksentscheid beschlossen wurde. Das Landesparlament soll nämlich beschließen, dass an Gymnasien und Gesamtschulen die Jahrgänge 5 bis 13 geführt werden. Zurück also zum Abitur nach 13 Schuljahren statt Turboabitur nach der 12. Klasse.

Weiter möchte die Initiative erreichen, dass die Gründung von Gesamtschulen erleichtert wird. Derzeit ist die Gründung einer Gesamtschule nur möglich, wenn mindestens fünf Parallelklassen zustande kommen. Das Volksbegehren für gute Schulen möchte erreichen, dass Gesamtschulen auch dann gegründet werden können, wenn sie vierzügig geführt werden. In Ausnahmefällen soll auch eine dreizügige Gesamtschule möglich sein.

Und als dritten Punkt hat sich die Initiative den Erhalt der Vollen Halbtagsschulen auf die Fahnen geschrieben, an denen deutlich mehr Lehrer unterrichten als an einer Verlässlichen Grundschule.

„Wenn das erst einmal geklärt ist, dann unterschreiben die Leute auch“, versichert Hesse und weist auf einen dicken Packen Unterschriftenlisten. Insbesondere beim Turboabitur sähen die Eltern sehr deutlich, unter welchem Druck die Schüler lernen müssen und welche Schwierigkeiten sich auftun, weil die Lehrpläne immer noch nicht an die verkürzte Schulzeit angepasst seien. 10 Prozent aller Wahlberechtigten in Niedersachsen müssen bis November den Gesetzentwurf unterschrieben haben, das sind genau 608731 Unterschriften, die gesammelt werden müssen. Dann muss der Landtag den Gesetzentwurf binnen sechs Monaten im Wesentlichen unverändert annehmen. Wenn nicht, findet nach Ablauf dieser Frist ein Volksentscheid über den Gesetzentwurf statt.

Bei der Initiative sieht man sich auf einem guten Weg. Die schulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Ina Korter, ist sich sicher, dass demnächst der Zwang zur Fünfzügigkeit bei der Gründung von Gesamtschulen kassiert wird und bringt am Stand schon mal Bad Bodenteich als IGS-Standort in die Diskussion: „Im Nordkreis gibt es die KGS in Bad Bevensen, in Uelzen gibt es gleich zwei Gymnasien. Im Südkreis gibt es kein gymnasiales Angebot.“

Denkbar sei auch, Suderburg als Außenstelle einer IGS zu führen und dort einen Schwerpunkt zu bilden, der an die Suderburger Hochschule angelehnt sei. „Und zur Not kann man ja auch mal über die Kreisgrenzen hinausdenken in Richtung Hankensbüttel“, regt sie an.

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