Vorerst kommen keine neuen Flüchtlinge – Unterbringung bleibt aber Problem

Zunehmende Wohnungsnot im Kreis Uelzen

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Wohin bei einem Bleiberecht? Die Flüchtlinge müssen sich um eine eigene Wohnung kümmern. Der Markt ist aber leergefegt.

Uelzen/Landkreis. Flüchtlinge muss der Landkreis Uelzen bis August keine mehr aufnehmen – und doch droht trotzdem ein zunehmender Mangel an Wohnraum in der Region. Was paradox klingt, erklärt sich mit dem Status-Wechsel von Flüchtlingen.

Versorgt werden Männer und Frauen nach ihrer Ankunft in Deutschland von den Kommunen, denen sie zugewiesen werden. Es gilt für die Flüchtlinge das sogenannte Asylbewerberleistungsgesetz, wonach sie einen Unterkunftsplatz erhalten sowie einen monatlichen Betrag von 135 Euro ausgezahlt bekommen. Wird ihnen im Rahmen eines Asylverfahrens eine befristete Aufenthaltserlaubnis zugesprochen oder erhalten sie ein Bleiberecht, so zahlt nicht mehr der Landkreis die finanziellen Leistungen, sondern das Jobcenter. Und: Sie haben keinen Anspruch mehr auf den Wohnplatz, beispielsweise in einer Gemeinschaftsunterkunft. Sie müssen sich um eine eigene Bleibe bemühen. Der Landkreis Uelzen erwartet dabei Probleme. Nach Einschätzung von Werner Marienfeld, Leiter des Sozialamtes des Landkreises, stehen nicht genügend freie Wohnungen zur Verfügung, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Als die Flüchtlingszahlen im vorigen Herbst immer weiter stiegen, sicherte sich der Landkreis zur Unterbringung von Schutzsuchenden privaten Wohnraum. Wie Marienfeld erläutert, werde mit den Eigentümern nun gesprochen, ob sie nicht bereit wären, die Wohnungen auch direkt an Flüchtlinge zu vermieten. „Wir wissen allerdings nicht, ob es die Bereitschaft dazu gibt“, so Marienfeld. Und: Auch wenn ein solcher Wechsel bei den Mietverhältnissen erfolgreich sei, müssten auch die Menschen aus den vier Gemeinschaftsunterkünften noch eine Wohnung finden, so der Sozialamtsleiter. In den Unterkünften leben zurzeit 450 Menschen.

Von Norman Reuter

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