„100 Jahre SVO“: Ein Unternehmen stellt sich Herausforderungen der Zeit

Zukunft braucht Herkunft

Geburtstagsfeier an historischem Ort: Mehr als 100 Gäste waren zum SVO-Jubiläum in die alte Maschinenhalle des E-Werks nach Celle gekommen. Fotos: Bräutigam

Uelzen/Celle. Entweder hatten sie wirklich keine, oder die Herren in der ersten Reihe wollten ihre Eheringe einfach nicht herausrücken.

Zu gewagt schien wohl die Zaubernummer von Mark Hofmann, der gestern mit Magiertricks und flotten Sprüchen durch die Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der Stromversorgung Osthannover – kurz: SVO – führte. Um es vorweg zu nehmen: Es fand sich dann doch noch jemand, dessen Ring Hofmann verschwinden und wieder auftauchen lassen konnte, und die gut 100 Gäste applaudierten.

SVO-Holding-Geschäftsführer Wolfgang Fragge (links) und SVO-Netz-Chef Dr. Ulrich Finke (rechts) stellten sich dem Dialog mit Moderator Hofmann.

Für Applaus sorgte gestern Nachmittag vor allem aber die Erfolgsgeschichte des Geburtstagskindes SVO, die unter dem Slogan „100 Jahre voller Energie“ stand. Denn was vor 100 Jahren mit der Gründung von Überlandzentralen in Uelzen und Celle begann, hat sich bis heute zu einem vielfältigen Dienstleister entwickelt, waren sich nicht nur SVO-Holding-Geschäftsführer Wolfgang Fragge und SVO-Netz-Chef Dr. Ulrich Finke einig, sondern auch die Landräte Dr. Heiko Blume aus Uelzen, Klaus Wiswe aus Celle und der Aufsichtsratsvorsitzende der SVO, Michael Söhlke von E.ON Avacon.

„Das Fahrwasser ist alles andere als ruhig“, stellte Söhlke fest. Denn in einem anspruchsvollen Umfeld, das vor allem in den vergangenen zehn Jahren von Wandel geprägt sei, könne man nur bestehen, wenn man die Kunden erreiche und eine gute Mannschaft habe. Und: „Der SVO ist dies gelungen“, urteilte Söhlke.

Die Bedeutung des kommunalen Einflusses bei der SVO betonte Celles Landrat Klaus Wiswe. Er versicherte, dass es sich bei der Partnerschaft von privaten (also der E.ON Avacon) und kommunalen Anteilseignern um eine „echte und faire Partnerschaft“ handele. Hier träfen technischer Sachverstand einerseits und der Wille, eine gute Infrastruktur für die Menschen zu liefern, andererseits aufeinander.

„Unsere SVO“, sei, so Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume, ein Beispiel dafür, dass Unternehmen heutzutage bestehen könnten, wenn sie sich den Herausforderungen der Zeit stellten. Dennoch sei die SVO sei „ein geerdetes Energieunternehmen“. Und der Kreis Uelzen sei stolz darauf, seit Jahrzehnten eine Teilverantwortung auf diesem Wege mitgetragen zu haben.

Die SVO versorgt – die Stadt Uelzen ausgenommen – die Kreise Uelzen und Celle mit Strom und Wasser. Sie sei „ein loyaler Arbeitgeber in der Region“, beschrieb Betriebsratsvorsitzender Detlef Beier gestern den Anwesenden. Und er verriet, dass es in den vergangenen 15 Jahren mehr Umstrukturierungen gegeben habe als in den 85 Jahren davor. Prozesse, die auch die Mitarbeiter belastet hätten, so Beier, vor allem „mental“.

Doch wie in einer guten Ehe gibt es auch in der SVO Patentrezepte: Beständigkeit gehöre dazu, waren sich Wolfgang Fragge und Dr. Ulrich Finke einig, das Bewusstein, dass Zukunft auch Herkunft brauche. Und ob die Herren in den ersten Sitzreihen nun Ringe am Finger trugen oder nicht – sie und alle anderen bestätigten diesen Weg des Unternehmens mit Applaus.

Von Ines Bräutigam

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