Lessing-Gymnasium fördert begabte Schüler / Stundenzahl für weiterführenden Unterricht angehoben

Zündende Ideen in den Köpfen

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In welchem Schälchen befindet sich die zuckerhaltige Cola? Ole Höntsch (von links), Mary Kley und Luca-Maximilian Stoßberg beobachten am Sonnabend im Chemieraum des Lessing-Gymnasiums, wie die Flüssigkeiten verdunsten.

Uelzen. Das Trio am Bunsenbrenner muss nicht lange überlegen. In dem rechten Schälchen war zuckerhaltige Cola. Nachdem die Flüssigkeit über der Gasflamme verdunstete, ist eine braune Masse übrig geblieben. Im zweiten Schälchen gibt es kaum Rückstände.

Ole, Mara und Luca-Maximilian folgern: In diesem Behältnis müsse sich die Light-Variante des Erfrischungsgetränkes befunden haben.

Die drei Schüler experimentieren am Sonnabend im Lessing-Gymnasium mit Alltäglichem. Seit 2005 gehört das Gymnasium sowie die Grundschulen Molzen, Oldenstadt, Westerweyhe und Rosche zu einem Verbund, der sich zum Ziel gesetzt hat, besonders begabte Schüler zu fördern. Die Chemie-Versuche gehören zu einem Workshop für besonders Begabte, bei dem am Sonnabend 41 Viertklässler sowie 49 Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 7 ihre Fähigkeiten in verschiedenen Fächern unter Beweis stellen können.

Frank Rössing

„Es ist kein Test“, sagt Frank Rössing. Der Gymnasiallehrer hat das Programm zusammengestellt. „Es dient vielmehr der Motivation.“ Besonders begabte Schüler müssen gefordert werden, weiß Schulleiter Sven Kablau. Es gebe Fälle von Schülern, bei denen eine Hochbegabung dazu führe, dass sie sich aus dem Unterricht zurückziehen. Sie haben bereits den Stoff verinnerlicht, wissen worauf ein Lehrer hinaus will.

Am Sonnabend werden die Schüler gefordert – mit Experimenten, kniffligen Matheaufgaben oder im Bereich der Musik. Im Raum 214 nutzen Schüler Holzstöcke, Flaschen, Besen oder Töpfe, um Töne zu erzeugen. Mit Gefühl für Rhythmik entsteht so schnell ein ganzes Musikstück.

Jürgen Häpe

Die Förderung wird von der Landeschulbehörde unterstützt. Wie Jürgen Häpe, Fachberater der Behörde im Bereich der Förderung begabter Schüler berichtet, werde inzwischen bereits in Kindertagesstätten damit begonnen, die Fähigkeiten von Jungen und Mädchen zu berücksichtigen. Bei der Förderung komme es auf eine individuelle Betreuung an. „Im Grunde werden Bildungsbiographien geschrieben“, sagt Häpe. Am Lessing-Gymnasium gibt es jenseits solcher Workshops wie am Sonnabend AGs und weiterführenden Unterricht für begabte Schüler. „Gerade erst wurde von der Schulbehörde die Stundenzahl dafür angehoben“, so Sven Kablau.

Von Norman Reuter

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