1000. Rinder-Auktion in Uelzen zieht Interessenten aus dem In- und Ausland an / Kälbchen für guten Zweck versteigert

Züchter auf Du und Du mit Bulle und Kuh

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Roselies Schulz (rechts) vom Kinderschutzbund Uelzen freute sich: Gudrun Kuhlmann aus Eimke, hier mit Auktionator Michael Hellwinkel, ersteigerte das Kälbchen Olivia. Der Erlös kommt dem Kinderschutzbund zugute.

Uelzen. Begonnen hatte alles Ende des 19. Jahrhunderts, am Mittwoch fand nun die 1000. Vieh-Auktion der Masterrind GmbH in Uelzen statt. Dabei versteigerte Auktionator Michael Hellwinkel mehr als 100 Zuchtrinder in der Viehmarkthalle an der Eschemannstraße.

Einer der Höhepunkte war dabei der Auftritt des sechs Monate alten Holsteiner-Kälbchens Olivia, das für einen guten Zweck versteigert wurde: Der Erlös geht an den Kinderschutzbund Uelzen. Auch ein Spielzeug-Bauernhof kam dafür sprichwörtlich unter den Hammer.

Reger Betrieb herrschte in der Auktionsarena. „Die gibt über 30 Liter“, rief Henning Beinsen aus Lehrte dem Auktionator zu, während seine Schwarzbunte hereingeführt wurde. Wenige Minuten zuvor hatte Beinsen für mehr als 200 Euro besagten Bauernhof zugunsten des Kinderschutzbundes ersteigert. Als der Landwirt den Preis hörte, den seine Kuh erbracht hatte, die er am Morgen fein getrimmt im Stall der Viehhalle zur Besichtigung angebunden hatte, war er zufrieden. Aber auch über den Spielzeug-Bauernhof freute er sich. „Elf Enkel“, sagt er stolz, „da wird schon einer dabei sein, der gerne mit dem Bauernhof spielen möchte.“ Ihm war wichtig, mit dem Auktionserlös etwas für Kinder tun zu können.

Begehrt war auch Kälbchen Olivia, das von Züchter Jürgen Hintze aus Dünsche (Lüchow-Dannenberg) für die Versteigerung zugunsten des Kinderschutzbundes gestiftet worden war und einen vierstelligen Betrag erlöste. Gewinnerin war Gudrun Kuhlmann aus Eimke.

Schnell drehten sich die Rinder im Ring. Einmal hereingeführt, im Kreis gelaufen, noch einmal von der anderen Seite – schon gingen die ersten Finger hoch und der Preis auch. Der Auktionator war ebenfalls zufrieden. Mehrere hundert Bieter und Käufer aus dem ganzen Bundesgebiet und den angrenzenden europäischen Ländern waren nach Uelzen gekommen, um die Rinder zu vergleichen und vielleicht ein geeignetes Tier für die eigene Zucht zu erstehen. „Das Exterieur ist wichtig, wie sie steht und wie sie geht“, sagte Zuchtinspektorin Anne Kuhlmann vom Zuchtverband Masterrind, „gut im Fundament, Flankentiefe und ein festes hoch aufgehängtes drüsiges Euter.“

Früher bewegten sich bis zu 500 Tiere bei den Auktionsauftrieben nach Uelzen, erzählte Kuhlmann. Dass nun erheblich weniger Tiere im Katalog aufgeführt waren und versteigert wurden, hielt die Züchter nicht davon ab, zu diesem regionalen Ereignis zu kommen. „Das ist für viele ein Branchentreff“, sagte Kuhlmann. „Man trifft sich, fachsimpelt und informiert sich bei der angegliederten Fachausstellung in den Stallungen.“ Außerdem war Kuhfriseur Hinrich Henke da, der die Rinder vor der Auktion trimmte und für ein Foto-Shooting vorbereitete. Ein professioneller Kuhfotograf bekam die Schönsten vor sein Objektiv für Prospekte und Abbildungen in der Fachliteratur.

Von Angelika Jansen

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