Nordzucker schrammt an erneutem Jahresverlust vorbei – Besserung erwartet

Zuckerrüben bleiben attraktiv

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Nordzucker hält an seiner Wachstumsstrategie fest und will auch außerhalb der EU im Zuckergeschäft wachsen.

dpa Uelzen/Braunschweig. Europas zweitgrößter Zuckerhersteller Nordzucker hat sich im Geschäftsjahr 2015/16 überraschend in den schwarzen Zahlen gehalten.

Nach einem herben Gewinneinbruch im Vorjahr sank der Überschuss in den zwölf Monaten bis Ende Februar jedoch weiter um ein Viertel auf 15 Millionen Euro, wie der Südzucker-Rivale am Dienstag in Braunschweig mitteilte. „Das zurückliegende Geschäftsjahr war mehr als herausfordernd“, sagte Vorstandschef Hartwig Fuchs.

Nordzucker spürt eine weltweite Überproduktion und hohe Bestände innerhalb der EU. Im laufenden Jahr soll es beim Gewinn aber wieder aufwärts gehen. Der Zuckerproduzent betreibt eines seiner großen Werke in Uelzen. Die Einbrüche hatten der Hansestadt Uelzen Millionenrückgänge bei den Gewerbesteuereinnahmen beschert (AZ berichtete).

Dass die Nordzucker entgegen ihrer vor einem Jahr genannten Prognose 2015/2016 nicht in die roten Zahlen geriet, verdankte sie den Angaben zufolge Einsparungen im Betrieb und einer erfolgreich eingeklagten Zinsrückzahlung. Dabei musste der Zuckerhersteller einen merklichen Umsatzrückgang abfedern. Die Erlöse sanken um fast 14 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Angesichts des vergleichsweise kleinen Gewinns sollen sich die Aktionäre wie vor einem Jahr allerdings mit einer Dividende von 10 Cent je Aktie begnügen.

Für das Jahr 2013/14 hatten sie noch 1,30 Euro erhalten. Allerdings hatte das Unternehmen da noch unter dem Strich gut 200 Millionen Euro verdient. Ein Jahr darauf brach der Gewinn um 90 Prozent ein.

Für das laufende Geschäftsjahr 2016/17 erwartet die Nordzucker-Führung einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Weitere Einsparungen aus dem laufenden Effizienzprogramm, relativ niedrige Energiepreise und leicht verbesserte Zuckererlöse sollen den Gewinn unter dem Strich steigen lassen.

Die Zuckerbranche steht vor einer Liberalisierung und damit vor großen Umwälzungen. Ab 2017 entfallen die bisher von der EU verordneten Vermarktungsquoten für die Zuckerunternehmen und der Mindestpreis, den Landwirte für ihre Rüben erhalten. Nordzucker sieht den Rübenanbau aber weiterhin als attraktiv an.

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