Zuckerfabrik auf Sparflamme

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Das Verladen der Rüben auf Lastwagen ist noch unproblematisch, doch der Transport zur Uelzener Zuckerfabrik stockt derzeit aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Nicht nur Fußgänger und Autofahrer leiden in diesen Tagen unter Eis und Schnee. Auch die Uelzener Zuckerfabrik bekommt die Auswirkungen des strengen Winters zu spüren. „Viele Rübenfahrzeuge kommen wegen der schlechten Straßenverhältnisse nicht mehr zu uns durch. Deshalb haben wir seit Anfang voriger Woche unsere Leistung heruntergefahren“, sagt Georg Sander, Rübenmanager des Uelzener Nordzucker-Werks.

In den vergangenen Tagen wurden in der Fabrik mitunter nur noch 45 Prozent der sonst üblichen Rübenmengen verarbeitet. Gestern lag der Wert bei 58 Prozent, berichtet Sander. Ähnlich sieht es in den anderen Werken der Nordzucker AG aus. Im Standort Klein Wanzleben in Sachsen-Anhalt stand am vorigen Wochenende für mehrere Stunden sogar die Produktion still, gestern betrug die Verarbeitungsleistung dort nur 33 Prozent.

„Die Situation auf den Straßen ist derzeit wirklich schlimm“, sagt Sander. Teilweise seien die Auf- und Abfahrten der Bundesstraße 4 spiegelglatt, weil kein Streusalz mehr vorrätig ist. Dafür hat Sander allerdings kein Verständnis. „Das ist total gefährlich. Die Straßenmeistereien müssen doch irgendwie dafür sorgen, dass die Straßen eisfrei und vernünftig geräumt sind“, fordert er.

Wie erheblich die Auswirkungen für die Uelzener Zuckerfabrik sind, verdeutlicht Sander anhand von Zahlen: In der Regel erwartet er eine Liefermenge von 25 000 Tonnen Zuckerrüben pro Tag. „Doch das ist utopisch unter diesen Bedingungen.“ Stattdessen kamen in der vergangenen Woche täglich nur zwischen 16 000 und 22 000 Tonnen in Uelzen an. Besonders schlimm war es nach den Worten von Sander an Heiligabend: „Wir haben mit 11 000 Tonnen gerechnet, aber nur 990 Tonnen bekommen.“

Und das hat finanzielle Folgen für die Zuckerfabrik. „Wenn wir die Leistung herunterfahren, kostet uns das mehr Energie pro Tonne Rübenverarbeitung“, erläutert Sander. Zudem wird die Kampagne wegen der aktuellen Verzögerungen verlängert. Eigentlich sollte die Rübenverarbeitung am 13. Januar 2011 enden, doch nun wird sie noch einige Zeit länger dauern. Bis wann, kann Sander aber noch nicht sagen: „Das hängt davon ab, wie sich das Wetter und der Zustand der Straßen weiter entwickeln.“

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