Stadt Uelzen tüftelt mit Arbeitsgruppe an zukunftsfähigem Grundschulkonzept

Ziel: Ganztags und inklusiv

Die Standorte kommen auf den Prüfstand, und das bereitet Groß wie Klein Kopfzerbrechen: Schüler der Grundschule Veerßen überreichen Bürgermeister Otto Lukat vor knapp einem Jahr eine Unterschriftenliste und machen sich damit für den Erhalt „ihrer“ Schule stark. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen. Im Rahmen einer Schulausschusssitzung Ende Mai hatte der Erste Stadtrat Jürgen Markwardt angekündigt, dass die Arbeitsgruppe, die sich mit der Zukunft der städtischen Grundschulen befasst, im Juni zu „hoffentlich weisen Entscheidungen“ kommen werde.

Bis zu solchen endgültigen Entscheidungen, zeigt eine Zwischenbilanz, ist es aber offensichtlich noch ein langer Weg. Denn vor dem Hintergrund, dass alle Grundschulstandorte aus Kostengründen auf dem Prüfstand stehen, um dem Land Niedersachsen in Aussicht auf den Entschuldungsvertrag konsequenten Sparwillen zu demonstrieren, machen sich die Verantwortlichen eben diese Entscheidungen nicht leicht.

„Die Arbeitsgruppe hat alle Grundschulen besichtigt“, berichtet Markus Nieber, stellvertretender Sprecher der Stadt Uelzen, auf AZ-Nachfrage, „um sich einen Überblick über die Gebäude, vorhandene Unterrichtsräume und Vor- und Nachteile der jeweiligen Schulstandorte zu verschaffen.“ Derzeit konzentriere sich die Arbeitsgruppe auf zwei Schwerpunktthemen. Dazu gehören der Wunsch nach einer Ganztagsgrundschule und die Umsetzung der inklusiven Schule. Im Moment würden dazu Voraussetzungen und Möglichkeiten geprüft, die für die Umsetzung notwendig seien.

Zurzeit gebe es noch keine Vorschläge für oder gegen Schulstandorte, betont Markus Nieber. „Dies wird erst geschehen können, wenn alle Einzelaspekte in ein Gesamtkonzept zusammengetragen und analysiert worden sind.“ So verfolge die Stadt Uelzen bei der Entscheidungsfindung vor allem das Ziel, dass die Grundschulen zukunftsfähig aufgestellt werden sollen. Das Raumangebot, die Schulwege und auch die künftig sinkenden Schülerzahlen seien Aspekte, die dabei berücksichtigt werden müssten.

Die Arbeitsgruppe werde sich nach der Sommerpause in regelmäßigen Abständen zu Arbeitstreffen zusammenfinden. „Zum Ende des Jahres 2014“, so Nieber, „sollen dann erste Ergebnisse vorliegen.“

Weil der viel zitierte demografische Wandel bereits seine ersten Spuren hinterlässt und dies auch künftig tun wird, wird die Stadt Uelzen an unbequemen Entscheidungen voraussichtlich nicht vorbei kommen. So bewertete zum Beispiel die stellvertretende Bürgermeisterin Ariane Schmäschke (Grüne) die Situation im März bereits dahingehend, „dass es in der Stadt Uelzen bei der Neuordnung der Schullandschaft nicht ohne Schließungen von Grundschulen geht“, sagte sie. Dennoch werde es „keinen kalten Ausstieg“ geben, werde keine Grundschule „von heute auf morgen“ geschlossen werden, betonte sie.

Von Ines Bräutigam

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