Prozess gegen Douglas-Bande: Peinliche Panne in der Justizvollzugsanstalt

Zeuge schläft beim Angeklagten

Prozess mit vielen Emotionen: Schon beim Ortstermin des Gerichts in Uelzen am 30. Januar hatten Justizbeamte Mühe, das Geschehen unter Kontrolle zu halten. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Peinliche Justizpanne im Prozess gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der so genannten Uelzener Douglas-Bande vor dem Landgericht Lüneburg: Einer der Angeklagten und ein Zeuge haben vor dem gestrigen Verhandlungstag gemeinsam in einer Doppelzelle der Justizvollzugsanstalt Lüneburg übernachtet.

Beide jungen Männer werden von der Polizei der Bande zugerechnet und sitzen wegen verschiedener Vorfälle in Untersuchungshaft.

Derzeit verhandelt die Jugendkammer des Landgerichts Lüneburg wegen versuchten Totschlags gegen die 19-jährigen Ismail N. und Robert K.. Sie sollen einen Kneipengänger mit einer Flasche niedergeschlagen und auf den am Boden liegenden Mann eingetreten haben. Beide schweigen zu den Vorwürfen.

Drei weitere mutmaßliche Mitglieder der Bande sitzen wegen Schutzgelderpressung in U-Haft. Sie sollen auch als Zeugen im Totschlags-Prozess aussagen. Einer von ihnen ist der 18-jährige Mostafa Z.. Er war für den gestrigen Dienstag vorgeladen und war am Montag in der JVA Lüneburg in eine Zelle mit Robert K. gesteckt worden. Bei seiner Aussage entlastete er dann seinen Zellengenossen.

Das Gericht habe schon im Zusammenhang mit einem anderen Tatkomplex ausdrücklich gebeten, dass solch eine Zusammenlegung nicht passieren sollte, betonte der Vorsitzende Richter Axel Knaack. Die Staatsanwaltschaft forderte nachdrücklich, solche Begegnungen im Gefängnis künftig möglichst zu vermeiden. Das gehe ohnehin nicht, konterte einer der Angeklagten: „Wir sehen uns doch sowieso in der Freistunde.“

Im Umfeld des Prozesses hatte es schon Einschüchterungsversuche von Familienmitgliedern gegen Zeugen gegeben. Eine Zeugin traute sich nicht auszusagen und bat im Vorfeld um den Ausschluss der Öffentlichkeit.

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