Zeit zum Zuhören haben

Stadt Uelzen bietet ab Februar wieder Schulung zum Seniorenbegleiter an

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Zeit haben und zuhören können, das sind die wichtigsten Voraussetzungen, um erfolgreich als Seniorenbegleiter unterwegs zu sein.

Uelzen/Landkreis. „Singen geht immer“, sagt Edeltraud Förstel. Die vitale Pensionärin ist ehrenamtliche Seniorenbegleiterin. Unlängst hat sie den entsprechende Kurs erfolgreich absolviert. Dazu gehörte auch ein Praktikum in einer Uelzener Senioreneinrichtung.

Und wenn sie die Herrschaften zu Aktivitäten animieren wollte, war das Singen immer ein guter Einstieg, berichtet sie von ihren Praktikums-Erfahrungen.

Sie möchte in ihrem Ruhestand weiter aktiv bleiben, sagt Förstel. „Ich bin gerne mit Menschen zusammen und kann gut mit älteren.“ So entschied sie sich für das Engagement. Zudem ist sie auch schon so genannte Formularlotsin und hilft auf Anforderung auch beim Ausfüllen von Anträgen.

Sonja Haß vom Seniorenservicebüro Uelzen (l.) unterstützt Seniorenbegleiter wie Edeltraud Förstel bei ihrer Arbeit.

Rund 50 Menschen betätigen sich in Stadt und Landkreis Uelzen als Seniorenbegleiter, weiß Petra Heinzel, Leiterin des Familien- und Seniorenservicebrüros der Stadt Uelzen. Das begleite die ehrenamtlichen Helfer im ganzen Landkreis sehr eng. Die Truppe sei bunt gemischt, berichtet Heinze. Die Altersspanne reiche von Mitte 40 bis Mitte 70. Weil aber immer welche aus den verschiedensten Gründen ausschieden, versuche das Büro, ständig Nachwuchs zu rekrutieren.

Am 1. Februar beginnt ein neuer, 51 Stunden umfassender Kurs. In dem werden auch rechtliche Grundlagen vermittelt. „Seniorenbegleiter sind keine Betreuer im gesetzlichen Sinne“, sagt Heinzel. Aber auch keine Putz- und Haushaltshilfen. Geschult werden sie in Sachen Altersmedizin, Tagestrukturierung und Aktivierung oder Mobilisation. Inklusive ist das 20-stündige Praktikum in einer Senioreneinrichtung.

„In der Schulung lernt man vieles, was auch für einen selbst sehr hilfreich sein kann“, berichtet Edeltraud Förstel. Ihren ersten Einsatz habe sie bereits während der Schulung gehabt. Mit einer alten Dame habe sie Kleidung gekauft. Das wichtigste bei der Begleitung: „Man muss Zeit mitbringen und zuhören können“, sagt Förstel. Oft suchten die Senioren einfach nur Gesellschaft, weiß Sonja Haß.

Wer sich für das Ehrenamt interessiert wendet sich an Sonja Haß vom der Seniorenservicebüro der Stadt Uelzen unter (0581) 800 62 83 oder 800 62 87.

Von Jens Schopp

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