Ideale Bedingungen für Tiere / Wermes: Jeder dritte blutsaugende Parasit ist Überträger der Borreliose

Zecken sind höchst aktiv

+
Der Sommer lädt zum Verweilen in der Natur, zum Wandern und zum Schwimmen in Seen mit einem Sonnenbad am Ufer ein. Doch Obacht: Zecken haben Hochkunjunktur.

Uelzen/Landkreis. Der Sommer lädt zum Verweilen in der Natur, zum Wandern und zum Schwimmen in Seen mit einem Sonnenbad am Ufer ein. Doch Obacht: Es ist zugleich die Zeit der Zecken, die bei warmen Temperaturen, aktiv sind. In diesem Jahr besonders.

Der bisherige Verlauf des Sommers, so Dr. Gerhard Wermes, Leiter des Gesundheitsamtes Uelzen-Lüchow-Dannenberg, habe sehr günstige Bedingungen für Zecken geschaffen. Das Risiko von einem Holzbock gebissen zu werden, ist damit größer und die Gefahr, dass durch Zeckenbisse eine Borreliose oder eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen wird, entsprechend. „30 Prozent der Zecken sind Überträger der Borreliose“, so der Chef des Gesundheitsamtes.

Passend dazu: Borreliosefälle in Stendal verdoppeln sich

Wie viele Infektionen es in diesem Jahr im Landkreis bereits gegeben hat, vermag Wermes nicht zu sagen. In Niedersachsen sind die Fälle nicht meldepflichtig, anders als im benachbarten Sachsen-Anhalt. In der östlichen Altmark geht das Gesundheitsamt des Landkreises Stendal von einer Verdopplung der Fälle in diesem Jahr aus. Durchschnittlich gebe es bundesweit 80 000 bis 90 000 Fälle pro Jahr, heruntergerechnet auf die Anzahl der Kreisbewohner seien das 80 bis 90 Fälle in der hiesigen Region, so Wermes.

Für die Menschen besonders gefährlich sei noch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die vor allem von Zecken im süddeutschen Raum übertragen werde. „Wer jetzt in den Urlaub dorthin reist, sollte sich in jedem Fall dafür impfen lassen“, so Wermes. Medikamente gegen die FSME gebe es nicht.

Wer täglich im Freien ist, ist besonders von Zeckenbissen betroffen, so wie Forstarbeiter. Jörg Becker, Bezirkförster im Forstamt Uelzen, weiß das aus Erfahrung. Die Zecken seien schon ein Thema, schildert er. Um sich zu schützen, würden Forstarbeiter, auch bei 30 Grad, langärmlige Hemden und lange Hosen tragen. Beschäftigte könnten sich auch mit spezialer Kleidung ausrüsten, an die Zecken nicht herangehen würden. Aber nicht nur die Spinnentiere machten ihnen zu schaffen, sie müssten sich auch vor Bremsen und Stechmücken schützen. [...]

Von Norman Reuter

Der komplette Artikel steht in der gedruckten und in der digitalen Ausgabe der AZ.

Zecken: Die häufigsten Irrtümer

Fotostrecke

Kommentare