Zecken im Landkreis Uelzen aktiv

UELZEN/LANDKREIS - Das feuchtmilde Wetter lässt die Aktivität von Zecken derzeit auf Hochtouren laufen – auch im Landkreis Uelzen. Experten prognostizieren für die hiesige Region zumindest bis zum 13. April eine sehr hohe Aktivität der Gemeinen Holzböcke.

Laut des Service-Portals zeckenwetter.de gilt der Landkreis Uelzen als Risikogebiet für die sogenannte Lyme-Borreliose, die durch Zeckenbisse übertragen werden kann. Fälle der vor allem in Süddeutschland auftretenden Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sind hingegen rund um Uelzen bislang nicht bekannt.

Der FSME-Virus greift das zentrale Nervensystem des Menschen an. „Die milden Temperaturen des Winters haben dazu geführt, dass die Zeckenpopulation kaum zurückgegangen ist“, weiß Dr. Masyar Monazahian, Mikrobiologe am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt. Wenn auch in den kommenden Monaten feucht-warme Witterung vorherrschen sollte, müsse in diesem Jahr mit einer sehr hohen Zeckenaktivität gerechnet werden, warnt er.

Die FSME und die Borreliose sind die häufigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen in Deutschland. Auch wenn in den vergangenen Jahren einzelne FSME-Fälle in Niedersachsen aufgetreten sind, sei dennoch keine der hiesigen Regionen als FSME-Risikogebiet ausgewiesen. „Damit gibt es aktuell auch keine Impfempfehlung für Niedersachsen“, so Monazahian. Allerdings: Wer beispielsweise einen Wanderurlaub in Süddeutschland oder anderen FSME-Risikogebieten wie Österreich, Schweiz, Osteuropa oder Südschweden und Finnland plane, der sollte sich auf jeden Fall mit einer Impfung mindestens vier Wochen vor Reiseantritt gegen eine Infektion schützen.

Um die Entwicklung des tatsächlichen FSME-Risikos besser abschätzen zu können, werden Forstbedienstete alle zwei Jahre anhand einer Blutprobe auf FSME-Antikörper untersucht. Außerdem sammeln das Landesgesundheitsamt und die Landesforsten seit vergangenem Jahr Zecken, die untersucht werden. Das Ergebnis: FSME-Viren wurden bisher nur vereinzelt gefunden, rund 30 Prozent der untersuchten Zecken in Niedersachsen waren allerdings mit Borrelien durchseucht.

Nach Schätzungen des Gesundheitsamts Uelzen/Lüchow-Dannenberg erkranken im Landkreis Uelzen etwa 50 Menschen jedes Jahr an Borreliose. Eine Meldepflicht gibt es nicht.

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