Zauberwort Synergie

In Motorradkluft: Struck auf dem Parteitag in Bergen. Foto: Boick

tm/dm Uelzen/Bergen. Die Diskussion um die Fusion der Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg bekommt eine neue Dynamik: Auf dem Parteitag des SPD-Unterbezirks (UB) Uelzen/Lüchow-Dannenberg im Schützenhaus in Bergen betonte Uelzens Spitzenpolitiker Peter Struck, dass er die wieder auflebende Debatte um eine Kreisfusion für unbedingt notwendig halte.Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass die Gedankenspiele über eine Fusion Uelzens mit Lüchow-Dannenberg weiter sind als bislang in der Öffentlichkeit bekannt. So gab es zu diesem Thema bereits Gespräche zwischen den Landkreis-Spitzen. Die Kämmerer sollen schon einmal die maximalen Synergien errechnen, die eine solche Fusion bringen könnte (AZ berichtete).

Diese Synergieeffekte waren auch ein Stichwort für Struck auf dem Unterbezirkskparteitag: Eine Anlayse darüber sei wichtig, denn klar sei "dass aus zwei armen Landkreisen kein reicher wird."Wirtschaftskrise, Kreisfusion, Europa- und Bundestagswahlen sowie Gorleben – diese aktuellen politischen Themen drängten die Regularien, Personalentscheidungen und Rechenschaftsberichte auf dem Parteitag in den Hintergrund. Landrat Jürgen Schulz (parteilos) malte den 88 Delegierten aus 15 SPD-Ortsvereinen und ein paar Gästen in seinen Grußworten das Bild einer düsteren Zukunft für die Region, insbesondere für "meinen geliebten Landkreis Lüchow-Dannenberg.""Ich bin in tiefer Sorge um die Zukunftsfähigkeiten insbesondere Lüchow-Dannenbergs", sagte Landrat Schulz.

Im Kreisgebiet breche offensichtlich das zusammen, was mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung geschaffen worden war, vor allem im Metallbau und im Maschinenbau: "Wir müssen uns auf das Schlimmste einstellen. Es könnte sehr sehr übel werden."Schulz berichtete zudem darüber, dass Uelzen und Lüchow-Dannenberg zu den zehn kleinen Landkreisen gehörten, deren Strukturen die Landesregierung nicht für zukunftsfähig hält: "Wir sind auf der Talfahrt." Er habe sich zwar nicht mit fliegenden Fahnen für eine Fusion ausgesprochen, aber trotzdem mit den Uelzenern darüber geredet."Fusionen sind nicht das Allheilmittel", bekräftigte der UB-Vorsitzende Dehde in seinem Rechenschaftsbericht. Der Unterbezirk habe sich dafür eingesetzt, sinnvoll zu kooperieren.

Ein deutliches Signal schickte Dehde in Richtung Kreis- und Samtgemeindeverwaltungen: Verwaltung sei kein Selbstzweck, sondern für die Menschen da.Klaus-Peter Dehde aus Neu Darchau bleibt Vorsitzender des SPD-Unterbezirks. Von 88 Delegierten bestätigten ihn 77 in seinem Amt, neun votierten mit Nein.

Erschienen: 11.05.2009: AZ / TZ / Seite:1

Kommentare