Und die Zahl der Einsätze steigt...

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Der DRK-Kreiverband hat 16 Mitarbeiter zu Rettungsassistenten ausgebildet.

Uelzen. Die Zahl der Zivildienstleistenden sinkt mit Abschaffung der Wehrpflicht in diesem Jahr auf Null. Bislang war der Zivildienst für viele jedoch ein Anreiz, die Arbeit beim Rettungsdienst im Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) als Rettungshelfer kennenzulernen. Viele absolvierten anschließend ihre Ausbildung zum Rettungssanitäter. Schon in den vergangenen Jahren lohnte sich fürs DRK diese Qualifizierungsmaßnahme innerhalb des Zivildienstes nicht mehr, da er nur noch sechs Monate dauerte.

Das DRK muss nun andere Wege suchen, um den passenden Nachwuchs zu finden und für den Rettungsdienst zu begeistern. Mittlerweile schicken Frauen die besseren Bewerbungen, betont Abteilungsleiter Kurt-Jörg Sohnemann. Wichtig sei die Qualität der Ausbildung – auch bei denen, die schon jahrelang im Job sind. Daher wurden gerade innerhalb von sechs Monaten 16 Rettungssanitäter zu Rettungsassistenten weitergebildet. 13 haben ihre Prüfungen bereits bestanden, die restlichen Kandidaten „werden es auch schaffen“, ist Sohnemann bei der Abschlussfeier beim DRK in Uelzen überzeugt.

So steigt die Zahl beim DRK-Kreisverband, der als einziger mit dem Rettungsdienst im Landkreis beauftragt ist, auf 70 Rettungsassistenten. Insgesamt beschäftigt der Kreisverband im Rettungsdienst rund 100 qualifizierte Mitarbeiter. Zum ersten Mal konnten welche von ihnen an einer Ausbildung dieser Art teilnehmen. Der Vorteil war, dass sie von der Agentur für Arbeit gefördert wurde und deshalb die Mitarbeiter, so gut es ging, vom Dienst freigestellt werden konnten – eine wichtige Voraussetzung, „wenn man eine Familie hat“, erklärt Thorben Hoffmann. Er und seine Mitstreiter absolvierten einen theoretischen Teil an der Rettungsschule Goslar und ein knapp zweimonatiges Praktikum in einem Krankenhaus. Sie bekamen einen Einblick in neue Technik und erhielten Informationen über neue Medikamente. Von nun an dürfen sie selbst bestimmte Medikamente verabreichen oder Rettungsmaßnahmen ausüben, die nur Rettungsassistenten erlaubt sind.

Die Ausbildung dieser 16 Rettungsassistenten hat eine große Bedeutung für die Menschen im Landkreis, macht der stellvertretende Landrat Heiko Blume deutlich. „Es ist einfach gut zu wissen, dass wir im Bereich des Rettungsdienstes wieder einen Schritt voranmachen.“ Da der Altersdurchschnitt in der Bevölkerung wachse, würden auch die Fallzahlen des Rettungsdienstes kontinuierlich ansteigen, berichtet er. – Und mit der Zahl der Einsätze wachsen auch die Anforderungen. „Jetzt haben wir mehr Hintergrundwissen“, ist Absolvent Mirco Sinai zufrieden. Er war durch die Zeit bei der Bundeswehr in diesem Beruf gelandet. Dort hat er die Ausbildung zum Sanitäter absolviert und wechselte anschließend zum DRK. Damit ist Sinai eine Ausnahme, denn der Großteil seiner Kollegen ist nach dem Zivildienst beim Rettungsdienst „hängen geblieben“, so formulieren es Fabian Behrens und Maik Meier, „weil es abwechslungsreich ist und Spaß macht“.

Im Herbst werden wieder Ehrenamtliche zu Sanitätern ausgebildet, so Ralf Seebode von der DRK-Rettungsschule Niedersachsen. Es werde ein „nahes Miteinander“ von Ehren- und Hauptamt gepflegt, und das solle beibehalten werden.

Von Diane Baatani

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