Land Niedersachsen setzt frühe Bürgerbeteiligung durch / Alternativen werden vorgestellt

Y-Trasse: Heidjer finden Gehör

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Die Bypass-Lösung würde über Suderburg führen.

Uelzen/Landkreis. Die Bevölkerung wird sich bei der Suche nach einer geeigneten Schienentrasse zur besseren Anbindung der Häfen an das Hinterland einbringen können. Das hat das Niedersächsische Landesverkehrsministerium durchgesetzt.

Demnach sollen im neuen Jahr alle bislang erarbeiteten Streckenvorschläge als Alternative zur umstrittenen Y-Trasse offiziell vorgestellt werden und dann der Öffentlichkeit die Gelegenheit gegeben werden, Stellung zu nehmen, bevor eine endgültige Entscheidung für eine Variante fällt. „Diese Position hat das Land Niedersachsen beim letzten Abstimmungsgespräch zwischen Bund und Bahn erfolgreich vertreten“, erklärt das Landesverkehrsministerium.

Auf eine möglichst frühe Beteiligung der Bürger beim Thema Hafen-Hinterlandanbindung hatte aus der Region die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann (SPD) gedrängt. Nicht zuletzt, weil alle zur Y-Trasse entworfenen Alternativen auch den Landkreis Uelzen betreffen. Zur Diskussion stehen der Ausbau der vorhandenen Strecke von Hamburg nach Celle über Lüneburg und Uelzen sowie eine Bypass-Lösung mit einem neuen Gleisbett von Ashausen nach Unterlüß. Nach den bisher erarbeiteten Vorschlägen wäre auch eine neue Nord-Südstrecke durch Soltau für den Güterverkehr in Verbindung mit einem Ausbau der alten Amerika-Linie möglich. Zudem gibt es auch immer noch die Pläne für die Y-Trasse.

Seit Anfang der 90er Jahre kämpfen Bürgerinitiativen gegen diese Strecke, die durch Walsrode führen würde. Noch einmal soll es einen solcher Widerstand gegen die Pläne von Bahn und Bund nicht geben, deshalb „hält das Land es für sinnvoll, dass aufgrund der vorliegenden Untersuchungsergebnisse eine Einbeziehung der Öffentlichkeit stattfindet“, so das Verkehrsministerium. Zum Abwägungsprozess für eine Vari-ante soll es auch einen Workshop aller norddeutschen Länder geben. Gegenwärtig warte man in Hannover auf eine Einladung dazu.

Um das Projekt voranzutreiben, so erklärt das Bundesverkehrsministerium in Berlin, habe die Bundesregierung bereits 19 Millionen Euro unter anderem für das Ausarbeiten der Alternativpläne und die dafür nötigen Untersuchungen zur Verfügung gestellt. Die Untersuchungen seien weit fortgeschritten und man rechne damit, dass nach dem Jahreswechsel Bewegung in Angelegenheit komme. Einen genauen Starttermin für das Bürgerbeteiligungsverfahren gebe es aber noch nicht.

Von Norman Reuter

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