Wort zum Sonntag

Abbild der Gesellschaft

„Nicht in Ordnung, wie das gelaufen ist. Aber wir sind auch nur ein Abbild der Gesellschaft.“ Erschreckend oft hört man diese Worte: Wenn ein Steuersünder sein Vergehen in der Öffentlichkeit zu relativieren versucht oder ein Trainer das überharte Einsteigen seiner Spieler.

Wir durchschauen zwar die Taktik, und doch wirkt das Argument. Die Ankläger der Ehebrecherin haben einst ebenfalls die Steine beiseite gelegt, als Jesus sie mit der Aussage konfrontiert hat „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“

Aber möchte man sich damit zufriedengeben, einfach nur Abbild der Gesellschaft zu sein? Wohl eher nicht. Will man etwas verändern und bewegen, so ist es wichtig, Gegenbild zu sein. Davon lebt unsere Gesellschaft. Und wenn schon Abbild, dann des Mannes aus Nazareth, dessen ganzes Leben ein einziges Gegenbild gewesen ist.

Das Wort für den morgigen Sonntag fordert uns dazu auf und stärkt uns dafür den Rücken: „Christus spricht: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich."

Ulrich Hillmer ist Pastor der St.-Johannis-Gemeinde am Stern.

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