Wort zum Sonntag

„Exaudi“

Da stehen sie nun, seine Freunde, und schauen ihm nach. Abschied. Das war schon einmal so. Vor einigen Wochen. Nur – als er damals von Abschied sprach und klar wurde, dass es ein gewaltsamer Abschied werden würde, liefen sie vor ihm weg. Aber er stand auf – aus dem Tod.

Michael Dierßen

Jesus. Mensch. Freund. Bruder. Und er zeigte sich und seine Freunde erkannten, dass er es war. Und jetzt stehen sie wieder da. Allein. Ohne ihn. Sie waren dabei und sahen mit eigenen Augen, wie er auf eine Wolke gehoben wurde und in den Himmel empor stieg. Engel standen an der Stelle, an der es geschah. Und viele andere haben es auch gesehen. Jesu Jünger ziehen sich zurück. Dorthin, wo sie die letzten Tage auch mit Jesus verbracht haben. Und jetzt? Ohne ihn? Ohne ihn – Lebenskraft spüren? Leere. Leere, die es gilt auszuhalten. Um nicht in ihr verloren zu gehen. Nah sind sich seine Jünger jetzt. Ganz nah. Doch Jesus hat zu Leb- und Auferstehungszeiten vorgesorgt: „Ich will auf euch herab senden, was mein Vater verheißen hat.“ Liebe Leserinnen und Leser, die hier knapp geschilderten Ereignisse aus biblischer Sicht zwischen Himmelfahrt und Pfingsten bilden auch unsere Zeit ab. Jesus ist auferstanden. Er ist über diese Erde gegangen und hat sich unseren Augen entzogen. Und dennoch vertrauen wir dem, was wir nicht sehen: Ihm. Noch zu Leb- und Auferstehungszeiten hat er uns versprochen: Kraft aus der Höhe. Geisteskraft. Lebenskraft – ewig!

Michael Dierßen ist Pastor an der Georgsanstalt / Berufsbildende Schulen II.

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