Wort zum Sonntag

Abschied und Anfang

Der letzte Abend. Wir sitzen am Strand, blicken übers Wasser. Einmal noch. Morgen geht es wieder nach Hause. Zwei Wochen Sommerfreizeit am Mittelmeer liegen hinter uns. 65 junge Menschen waren dabei. Die Nächte waren kurz, die Tage intensiv: neue Freunde, Liebe und Streit, Barcelona, Sport und Gottesdienste…

Es war eine gute Zeit. Die nun vorbei ist. Es herrscht Abschiedsstimmung im Camp. Wenig später dann eine letzte Umarmung am Bus, manche haben Tränen in den Augen. Und zugleich ist da die Vorfreude: Aufs Zuhause, das eigene Bett, eine ordentliche Dusche (ameisenfrei) und das Lieblingsessen, das Mama extra gekocht hat. Es beginnt etwas Neues. Abschied und Anfang gehören zusammen.

So war es in diesem Sommer bei mir. Und bei Ihnen – ob am Mittelmeer, im Allgäu oder im eigenen Garten: Was haben Sie erlebt? Haben Sie sich gut erholt? Und vor allem: Wie geht es Ihnen mit dem Abschied – vom Urlaub, von den Ferien: In ein paar Tagen geht ja die Schule wieder los und das Tempo zieht wieder an. Nicht nur Lehrer und Schülerinnen merken das, auch die Straßen sind dann wieder voller, die Stadt geschäftiger, wir gestresster. Gehören Sie zu denen, die wehmütig zurückblicken und sich fragen, wie die sechs Wochen so schnell vorbei gehen konnten? Oder freuen Sie sich auf den Neuanfang, mögen Sie es, wenn das Leben an Fahrt aufnimmt und wir vorankommen? Bei mir – und ich vermute, dass es vielen so geht – ist es eine Mischung aus beidem.

„Alles hat seine Zeit: abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit.“ Man könnte diese uralten Bibelworte ergänzen: Urlaub hat seine Zeit, Ferien auch. Und arbeiten oder in die Schule gehen genauso. Das ist so. Und das ist in Ordnung so. Denn: „Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit“ – das ist jedenfalls die Überzeugung der Bibel. Und meine ist es auch: Ich bin dankbar für die Ferienzeit – die hat Gott wirklich gut gemacht. Nun ist sie vorbei. Es beginnt etwas Neues. Und ich vertraue: auch das wird Gott schön machen. Einen guten Start in den Alltag wünscht n.

Florian Moitje in Pastor in St.-Marien Uelzen und Veerßen.

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