Das Wort zum Sonntag von Christine Ehlbeck

Sterbehilfe

+

In den letzten Tagen haben sich sowohl der Bundesgerichtshof als auch einige Bundestagsabgeordnete mit dem Thema Sterbehilfe beschäftigt. Wichtig ist ihnen dabei, dass der Wille – auch der mutmaßliche Wille – des Patienten respektiert wird.

Dafür sollen rechtliche Regelungen gefunden werden, die mehr Sicherheit für Ärzte schaffen. Doch im Blick auf das Sterben geht es nicht nur um juristische Fragen, sondern um Sterbebegleitung insgesamt. Welche Vorstellungen und Wünsche gibt es im Blick auf das Sterben? Wie stelle ich mir den Abschied vor? Viele Menschen äußern den Wunsch, dass sie dann nicht allein sein möchten. Sie möchten, dass jemand bei ihnen ist, der ihre Fragen aushält und die Sorgen mit ihnen trägt, denn Sorgen können in dieser Situation zum ständigen Begleiter werden. Fragen drängen sich auf: Wie wird es weitergehen? Was kommt auf mich zu? Werden die Ärzte die Schmerzen in den Griff bekommen? Aber auch Fragen wie diese: Wie wird es sein, wenn ich Abschied nehmen muss? Was wird dann mit meinen Lieben? Manchmal ist es hilfreich, wenn diese Fragen nicht nur im engsten Familienkreis besprochen werden müssen, denn Sterbende möchten ihre Angehörigen nicht belasten. In den Einrichtungen des palliativen Netzwerkes gibt es Menschen, die in dieser Situation den Einzelnen und auch den Familien hilfreich zur Seite stehen möchten. Es ist egal, ob sie beruflich oder ehrenamtlich tätig sind, sie haben ein offenes Ohr und möchten Sterbende und ihre Angehörigen unterstützen und begleiten. Mit Empathie versuchen sie, die Wünsche zu erfassen und den Sterbenden den Weg so gut es geht zu erleichtern. Sie sind offen für Wünsche und Sorgen, die man bei ihnen abladen kann.

Und wenn diese Sorgen zu schwer werden, so vertraue ich auf ein Wort aus der Bibel. Dort heißt es: „Alle eure Sorgen werfet auf ihn – Gott – denn er sorgt für euch.“

Christine Ehlbeck ist Krankenhausseelsorgerin am Klinikum Uelzen und Pastoralpsychologin im Sprengel Lüneburg.

Kommentare